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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
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549 Das für die nationalen Interessen jederzeit empfängliche Publikum des Comitats und der Stadt hat es durch seine Opferwillig'eit schon im Jahre 1818 ermöglicht, in Stuhlweißenburg systematisch nationale Schauspieldarstellungen zu veranstalten, an denen die ersten Künstler des Landes mitwirkten. Und seitdem hatte die Stadt mit geringen Unterbrechungen immer ein Theater und zu dessen Unterstützung einen Theaterverein. In neuerer Zeit wurde aus den gern beigesteuerten Spenden des Publikums ein schmuckes neues Theater erbaut, das in den Wintermonaten eine der besseren Schauspieltruppen der Provinz beherbergt und unter Mitwirkung der besten Künstler Ungarns einen ständig gesicherten Theaterbetrieb gestattet. Die Stadt besitzt auch mehrere ausgedehnte, schön mit Bäumen bepflanzte und gut in Stand gehaltene Promenaden, unter denen die Promenade der oberen Stadt, das Zichy-Wäldchen, der Comitatshausplatz und besonders das Vörösmarty-Wäldchen zu erwähnen sind. Im letzteren erhebt sich das eherne Standbild des großen Dichters, ein Werk des einheimischen Bildhauers Baron Nikolaus Vay aus dem Jahre 1865. Außer den innerhalb der Stadt gelegenen Promenaden gibt es noch einen schönen Spazierweg längs des Särviz, der sich im Verein mit der Szöchenyi-Promenade als etwa fünf Kilometer lange Allee vom nördlichen bis zum südlichen Rande der Stadt erstreckt. Am Nordende der Allee befinden sich recht gut eingerichtete Dampf- und Wannenbäder nebst kalten Bädern, die aus dem Särviz-Kanal gespeist werden; am Südende der Stadt aber endet die beliebte Promenade mit den ausgedehnten Anlagen des oberhalb des Söstö (Salzsee) gelegenen Söstö-Wäldchens. Ein angenehmer Ausflugsort ist noch der am Bahnhofe gelegene Schützengarten, mit einer zweckdienlich eingerichteten Schießstätte und einem Gasthause nebst Tauzsaal. Der liebste Ausflugsort der Stuhlweißeuburger ist jedoch das Weingebirge, das sich östlich längs der Stadt hinzieht. Zwar sind die schönen nnd werthvollen Pflanzungen der Phylloxera zum Opfer gefallen und ihre Erneuerung kommt nur langsam in Gang, auch siud die Lustbarkeiten, die hier einstens in großer Zahl stattfanden, seither seltener geworden, wohl aber stehen noch immer die vielen anmuthigen Häuschen und dienen zahlreichen Familien fortwährend als Ziel für Ausflüge, wie als Sommerfrische. Die Bevölkerung von Stuhlweißeuburg betreibt auch Landwirthschaft. Ein großer Theil lebt sogar von dieser, da die 120 Quadratkilometer der städtischen Gemarkung mit geringer Ausnahme aus fruchtbarster Dammerde bestehen. In den Niederungen längs des Särviz wird ergiebiger Gemüsebau betrieben, der sich ans sämmtliche Gartengewächse erstreckt. Nicht nur der locale Bedarf wird vou hier aus völlig befriedigt, sondern es findet auch reichliche Ausfuhr nach anderen Plätzen, namentlich nach Budapest statt. Auch jene Einwohner, die sich mit Handel oder Gewerbe beschäftigen, und sogar die der
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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