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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
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550 Intelligenz Angehörigen sind sehr für die Gärtnerei eingenommen; die meisten in der Stadt wohnenden Familien besitzen, auch wenn sie sich sonst nicht mit Landbau befassen, wenigstens ihren eigenen Küchengarten oder einen auch für Gartencultur geeigneten Wiesen- grund. Die Gemarkung der Stadt umschließt auch mehrere bedeutende Landgüter, die nur zu geringem Theile in häuslichem Betrieb, größteutheils aber in mittlerer oder Kleinpacht stehen, während der Rest von etlichen hundert Joch theils als Hutweide, theils als militärischer Exercirplatz benützt wird. In Stuhlweißenburg befindet sich das Commando eines Honvedbezirkes und die Honveds haben da eine stattliche Kaserne; außerdem ist eine Jusanteriekaserne vor- handen mit den nöthigen Magazinen und Nebengebäuden zur Unterbringung eines Reserve-Regimentseommandos uud eines Jnsanteriebataillons; eine dritte, sehr schön und zweckmäßig gebaute Kaserne ist für ein ganzes Cavallerieregiment berechnet. Besondere Erwähnung verdient noch das staatliche Hengstendepot, das größte im ganzen Lande, wo etwa 300 der werthvollsten Hengste des Staates eingestellt sind. Die förder- liche Wirkung, die von diesem Depot über einen großen Theil des Landes ausgeht, ist in erster Reihe im Comitate selbst zu verspüren. Außer dem Hengstendepot tragen noch die berühmten Jahrmärkte dazu bei, Stuhlweißenburg zu einem bedeutenden Centrum der ungarischen Pferdezucht zu machen. Die Stnhlweißenbnrger Jahrmärkte gehören zu den größten derartigen Veran- staltungen. Der Markt gibt der ganzen Stadt ein anderes Gesicht. Endlose Wagenreihen erfüllen in dichtem Nacheinander die Straßen, so daß es kaum möglich ist, von dem einen Bürgersteig auf den anderen hinüber zu gelangen. Herrliche Gespanne brausen vorüber, Prachtexemplare von Pferden tänzeln in der Reihe dahin, so daß der Wagenzug immer neues Aufsehen erregt. Der Stuhlweißeuburger Pferdemarkt gehört nicht nur zu den bedeutendsten, sondern er zeichnet sich auch durch die Vorzüglichkeit der dort erscheinenden Pferde aus. Schaaren- weise strömen in- und ausländische Käufer herbei, in dem sicheren Bewußtsein, daß hier nicht die Pferde eines einzigen Comitates, sondern die eines ganzen, auf dem Gebiete der Pferdezucht weit vorgeschrittenen Landestheiles zu ihrer Auswahl bereit stehen. Auch die mit deu Pferdemärkten gleichzeitig abgehaltenen Viehmärkte sind sehr lebhaft. Auch diese haben keinen localen Charakter, sondern eine über Zucht und Bedarf der Stadt wie des Comitats weit hinausreichende Wichtigkeit. Selbst aus dem Alsöld, ja aus Siebenbürgen gelangt hier viel Vieh von ungarischer Race, insbesondere Ochsen, zum Auftrieb. Viel Leben herrscht ferner in der Regel auf dem Waarenmarkte. Die in gutem Rufe stehenden Gewerbetreibenden von Stuhlweißenburg haben hier Gelegenheit, wenigstens zur Marktzeit sich nicht blos ans die Befriedigung des örtlichen nnd Comitatsbedarss
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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