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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 554 -
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554 ihrer Wichtigkeit stark zurückgegangen, noch jetzt das Mahlbedürfniß eines bedeutenden Landstrichs befriedigen. Etwa sieben Kilometer von Stuhlweißenburg liegt das Dorf Kereßtes mit MOd Einwohnern, die auf ihren guten, obgleich hart zu bebauenden Äckern rationelle Landwirthschaft betreiben. Links davon liegt die Gemeinde Mo ha mit ihren alkalischen Mineralquellen. In der Mitte des weiten Blachseldes zwischen Kereßtes und Moha war schon im XIV. Jahrhundert eine reiche kohlensaure Mineralquelle unter dem Namen „Äldö- Knt" (Segensbrunnen) bekannt. In neuerer Zeit wurde ihr Wasser blos in der Umgebung und auch da nur spärlich benützt; die Quelle stand verlassen, höchstens dann nvd wann von einer Ausflüglergruppe aus dem Bürgerstande Stnhlweißenbnrgs besucht. Sie war nicht systematisch verwaltet und bekam oft Zuflüsse von Süßwasser, die sie um ihren ganzen Werth brachten. In den Siebziger-Jahren ließ Herr v. Kempelen, der größte Grund- besitzer der Gemeinde Moha, in seinem schönen Park, und zwar in dem über das Flachland erhabenen hügeligen Laubwald eine neue Quelle erbohren, die sehr wasserreiche Agnes-Quelle, die Dank ihrem Reichthum an freier Kohlensäure zu den vorzüglichsten derartigen Wässern zählt. In ganz zeitgemäßer Weise schonte er keine Kosten für die Installation seiner Quelle, die Couserviruug und Bonteillirnng des Wassers, so daß dieses jetzt zu den beliebtesten Tafelwässern der Welt gehört. Durch diesen Erfolg angeeifert, ging man dauu daran, auch die alte Quelle in der Ebene neu zu erbohren, zu ifolireu, gehörig einzurichten, und gegenwärtig liefert auch diese, die Stefanie-Quelle, ein beliebtes Sauerwasser von guter Qualität. Ein Theil der Gemarkung des Dorfes Kereßtes bildet mit der benachbarten Pußta Jgar , wo sich im Mittelalter eine einträgliche Mauth befand, und der Gemeinde Csnrgö eine schöne und werthvolle Fideicommißherrschaft der gräflichen Familie Kärolyi. Esnrgö ist bedeutend durch das schöne Schloß, den großen Park und die stattlichen Herrschaftsgebäude der Grafen Kärolyi, sowie durch die zahlreichen „Knmanenhügel" seines Gebiets; auch sein Sauerkraut ist berühmt, ja der Same des hier gezogenen Kopf- kohls (Krautes) eine selbst in weiter Ferne verlangte Waare. Rechts der Landstraße liegen die Gemeinden Magyar-Almäs und Esäkbereny; bald darauf erblickt man auf einer abgezweigten Kuppe des Vertes die malerisch auf- steigende Ruine der Burg Esökakö. Magyar-Almäs ist durch seinen milden, süß schmeckenden Meerrettig (Kren) bekannt, der einen localeu Handelsartikel bildet. Esäkbereny, der Mittelpunkt einer ausgedehnten Herrschaft der gräflichen Familie Lamberg, hat ein wohnliches Grafenschloß in wohlgepflegtem Parke und in den zugehörigen Forsten einen ungewöhnlich reichen Bestand an Rothwild. Der hier umhegte Waldbezirk am Fuße des Vertes beträgt an
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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