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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 557 -
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557 Csökakö gegenüber liegt am westlichen Abhang des Thales die Ortschaft Bodajk. Vor ihr fließt der Särviz vorbei und hinter ihr erheben sich Kalkberge, grün von kurz- narbigem Gras, denen die waldbedeckten Bakonyer Berge als Hintergrund dienen. Längs des Särviz liegt zwischen hohen Silberpappeln das m agnesiah altige Bad des Dorfes mit Wannen- und Marmorbäderu und einem sauber ummauerten klaren Teich, der als kaltes Bad dient. Das Wasser des Teiches hat Sommer und Winter 13 Grad Reaumur. Er ist mit einer anmuthigen Promenade und einigen hübschen Landhäusern umgeben. Weit besuchter als dieses Bad ist die Marienkirche am Südufer des Teiches, mit der neben dem Pfarrgarten sprudelnden Marienquelle. Die Kirche ist der Wallfahrtsort für eine weite Umgebung und im Mai, besonders aber im September strömen unter Führung der Geistlichkeit Tausende von Andächtigen nicht nur aus den Nachbargemeinden, sondern auch aus weiter Ferne dahin. Der hohe Berg gegenüber der Kirche ist der Calvarienberg, von wo man einen schönen Blick genießt, hinunter in das weitgedehnte Thal und gegenüber auf den Bartes, sowie in einige hübsche Thäler des Bakony, die sich dorthin öffnen. In dem anmuthigen Park am Südrande des Dorfes, gerade unter dem steilen Absturz des Calvarieuberges, steht ein schönes Schloß, das einst Eigenthum und Wohnsitz der Freiherren von Miske war. Das Vertesgebirge ist größtenteils mit Eichenbeständen überzogen; seine westlichen und südlichen Abhänge sind an ihrem Fuße, von Orond angefangen über Csökakö bis Moor und bis zu dem an der Comitatsgrenze gelegenen Pußtavam, mit einer ununter- brochenen Reihe von Weingärten bedeckt. Es ist dies eine der größten und bestcnltivirten Weingegenden des Landes. Der Wein aus der Gegend von Csökakö hat ein feines Bouquet und ist ein dem NeßiMyer vergleichbarer Tischwein bester Qualität, während der schwere und süße, dabei sehr angenehm schmeckende Wein der Moorer Hügel zur Mischung mit leichteren Weinen besonders geeignet und darum sehr gesucht ist. Die Verheerungen der Phylloxera haben auch diese Hügelgegend geschädigt, die Weingärten der Csökaer Gegend, die einen steinigeren Boden hat, sind fast ausgerottet, während die Moorer Weingärten mit ihrem sandigen Lehmboden auf die Hälfte zurückgegangen sind. Und doch war in der Hügelgegend auch die Kellerwirthschaft mustergiltig; die öster- reichischen Weinhändler erschienen hier als gewohnte Käufer und in der Stadt Moor waren auch die eommerciellen Borgänge behördlich geregelt; sachkundige Sensale bewerk- stelligten den Verkauf und die Stadt führte regelmäßige Aufzeichnungen über jeden Umsatz, um so ihre Interessen im Hinblick auf die Veräußerung falscher Waare zu schützen. Es war gar keine Seltenheit, daß aus der Stadt Moor allein mehr als 50.000 Hektoliter Wein ausgeführt wurden, zu 22 bis 25 Gulden der Hektoliter. Die Intelligenz beschäftigte sich größtenteils mit dem Aufkaufen des Mostes nnd dessen rationeller Behandlung;
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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