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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
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560 Jetzt tragen die Hügel wohlgepflegte Weingärten und ihrem Fuße entlang reihen sich nette Winzerhäuser. Auch die uralte Eiche, die als letztes Überbleibsel der einstigen Waldung bis vor einigen Jahren gehegt wurde, ist abgestorben und nur die Kapuziner besitzen am Ende ihres schönen und großen, hinter dem Kloster gelegenen Gartens einen kleinen Waldkomplex. Die Bevölkerung von Moor ist zu zwei Dritteln deutschen Ursprungs, spricht aber gegenwärtig fast durchaus magyarisch. Ihren römisch-katholischen Theil kennzeichnet ein besonderer religiöser Eifer. Auch ist der Markt mit drei Heiligcustytueu geschmückt, auf der Straße und längs der Wege stehen viele Kreuze, Kapellen und andere religiöse Denkmäler. Die die Stadt umgebenden Weingärten haben angenehme Spazierwege und der alte Friedhofsberg in der Stadt, sowie der am nördlichen Stadtende befindliche Rökavägäs bieten eine schöne Aussicht auf die unten hingelagerte Stadt, deren waldige Umgebung, die Berge des Vertes und Bakony und auf die große Ebene oberhalb des nördlichen Stadttheiles, wo im Jahre 1848 die Schlacht geschlagen wurde. Beliebte Ausflugsorte find der bei der Eisenbahnstation gelegene Egrestö, in größerer Entfernung aber das Bodajker Bad und die Ruine Csökakö. Die Pußten im Umkreise der Stadt weisen schöne landwirtschaftliche Gebäude auf und auf einigen finden sich auch noch Trümmer der Ortschaften, die einst dort standen. So erinnern auf der Pußta Timar die Hausstelleu und die Trümmer der alten Marienkirche, auf der Pußta Felfö-Dobos die Reste eines kleinen kreisförmigen, grabenumzogeueu Forts an die alte Zeit. Dieses kreisrunde Fort, dessen Steine schon größtentheils verschleppt sind, stammt vermuthlich noch aus der Zeit der Ärpädischeu Könige, denn es war nach Form und Bauart ganz identisch mit der Burg von Gereneser, die an der Grenze des Eomitats, nahe bei Pußtaväm — schon im Gebiete des Komorner Eomitats — liegt und ein bevorzugtes Jagdschloß der Könige aus Ärpädifchem Hause war. Der zweite, von Stuhlweißenburg in nördlicher Richtung ausgehende Straßenzug führt unter die östlichen Abhänge des Vertesgebirges. Wo er die Gemarkung von Stuhl- weißenburg verläßt, streift er die Pußta Borbäla und führt über die Gemeinde Zämoly nach Esakvar. Die Pußta Borbäla ist jetzt unter die Herrschaften Csurgo und Zämoly getheilt; ehedem war sie königlicher Besitz, wovon die Überlieferung noch lebendig ist, da eine Stelle noch heute Ärpädsthal heißt. Zämoly (früher Zämor) ist ein großes Dorf mit schönen Herrschaftsgebäuden am Fuße des Virtes; es'gehört dem Grafen Lamberg. Nach der Überlieferung wäre der flüchtige König Peter hier gefangen und geblendet worden.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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