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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 573 -
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573 Von der längs der Donau dahinziehenden Landstraße zweigt sich an der Comitats- grenze bei Dnna-Földvär noch eine Comitatsstraße ab und führt über Herczegfalva und Särosd auf Seregölyes und weiter nach Stnhlweißenbnrg. Herczegfalva ist eine der größten Ortschaften des Comitats. Ihren großen Pußtenbesitz hat zu Beginn dieses Jahrhunderts die Abtei Zircz mit größteutheils aus der Zirezer Gegend verpflanzten Deutschen besiedelt und den Ort zu Ehren des Palatins Josef, dessen Steinbild auch die Hauptstraße schmückt, Herczegfalva (Herzogsdorf) genannt. Die breiten Straßen sind niit Baumreihen bepflanzt, die durch Gärten getrennten Häuserzeilen sehr gut gegen Feuer geschützt. Die Einwohner, die ihren ohnehin beträchtlichen und guten Landbesitz noch durch den Ankauf einer benachbarten Pußta vermehrt haben, betreiben ausgedehnte Landwirth- schaft und genießen allgemeinen Wohlstand. Der herrschaftliche Besitzantheil von Herczegfalva gehört zu der 42.000 Joch großen, in der Nähe von Herczegfalva gelegenen Elößalläser Domäne der Abtei Zircz. Die in häuslicher Weise betriebene Landwirthschaft, eine der größten Herrschaften im Laude, zeichnet sich durch zweckmäßig eingetheilte Meierhöfe, eine berühmte Pferde- zucht, ein großes Gestüt, in welchem schwere Kmschenpserde von hohem Blut gezüchtet werden, und durch eine große ungarische Stamm-Riuderheerde aus, neben der neuerdings, unter Beschränkung der weniger einträglichen Schafzucht, auch auf die Mästung von Vieh und auf Züchtung westlicher Rinderracen immer größeres Gewicht gelegt wird. Bei Herczegfalva liegt in nordwestlicher Richtung die Ortschaft Nagy-Lök, die mit den zugehörigen Pußten eine größere Herrschaft des gräflichen Hauses Zichy bildet. Außer der systematisch betriebenen Landwirthschaft verleiht ihr noch der Umstand ein besonderes Interesse, daß die hier vorgenommenen Nachgrabungen zur Entdeckung eines großen Urnenfeldes geführt haben, das mit seinen bronzezeitlichen Denkmälern eines der vollständigsten und lehrreichsten Bilder der Urgeschichte in Ungarn erschloß. Nördlich von hier liegt die Gemeinde Sä rosd mit hübschem Schloß und Park der Grafen Esterhäzy, nordöstlich aber die Gemeinde Nagy-Hantos mit Schloß und vorzüglich bewirth- schafteter Herrschaft des Grafen Johann Nep. Zichy sen. In südlicher Richtung führen von Stuhlweißenburg fast parallel zwei Straßen nach dem Tolnaer Comitat, und zwar auf der östlichen und westlichen Seite des Särviz- Kanal-Thales. Längs derselben lagen einst Colonien von Knmanen und Petschenegen, die aber in der Türkenzeit meist zugrunde gegangen sind. Tölgye, Csößi, Töböresök, Szent-Ägota, Tatärsalva, Karäcsonyßälläs, Elößälläs, Gallostelke, Zedreg, Menyöd, das waren einst lauter blühende Ortschaften, jetzt sind es blos Pußteubesitzthümer,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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