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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 575 -
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575 Südlich von hier liegt das Dorf Käloz, vormals Sitz einer großen Herrschaft des verstorbenen Grafen Edmund Zichy, nun im Besitze seiner Erben; in südwestlicher Richtung folgt Särbogärd, mit wohlhabenden, intelligenten Bauern und einer höheren Classe von Kleingrundbesitzern. Diese Genieinde hat 4.300 Seelen und ist Sitz der Bezirksämter. Auch südwestlich von Stuhlweißenburg liegen größere Herrschaften, deren Einfluß viel dazu beiträgt, daß das wohlhabende Baueruvolk seine ohuehiü fruchtbaren Äcker mit voller Zweckmäßigkeit cnltivirt und auch auf dem Gebiete der Viehzucht große Fort- schritte macht. Hier liegt Sär-Pente le , Eigenthum der gräflichen Familie Szechenyi, ehemals Hauptsitz des religiösen Lebens der Römer in Unter-Pannonien. Hier wurde der berühmte alte Votiv-Denkstein gefunden, den die Priesterschaft des unteren Pannonien dem Jupiter Dolichenns geweiht hatte. Jenseits von Sär-Pentele liegt das Dorf Szeut-Mihäly , wo Graf Eugen Zichy einen ausgedehnten Park mit einem hübschen ebenerdigen Schloß besitzt. Noch weiter folgt das ganz an der Eomitatsgrenze gelegene Nädasd-Ladäuy, mit dem neuerbauten Schlosse des Grafen Franz Nadasdy, worin die Bildergallerie und das Archiv der Familie aufbewahrt werden. Auch dieser Bau gehört in seiner Art zu deu prächtigsten und der schattige Park vereinigt Üppigkeit der Natur niit allem Zauber der Gartenkunst. Allgemeines Interesse erregt ein durch den Ingenieur Revy angelegtes großes Wasserwerk, das zur Berieselung der Wiesen verwendet wird. Die Straße, die von Stuhlweißenburg in mehr südwestlicher Richtung nach dem Veßpremer Comitat führt, geht über die Ortschaften Szabad-Battyäu und Polgardi. Beide sind wohlhabende große Gemeinden mit einer intelligenten, wohlhabenden Bauern- bevölkerung. schönen herrschaftlichen Meierhöfen und reichen Äckern. Po lgard i ist das alte Besitzthnm der Batthyäny; Graf Geza Batthyäny hat hier einen großen, prächtigen Park mit schönem Schloß. Zwischen den beiden Gemeinden erhebt sich 220 Meter hoch der Somlyöberg, der einstens gleichfalls eine berühmte römische Niederlassung trug. Auf dem Gipfel des Berges ließ Graf Geza Batthyäny umfassendere Nachgrabungen anstellen, die eine große Zahl von alten Kunstdenkmälern und überhaupt viel Lehrreiches für die Archäologie au den Tag brachten. Es wurden viele interessante alte Grabstätten, auch Schmncksachen (Ringe, Kreuze u.s.iv ), aus dem X. und XI. Jahrhundert gefunden. Der merkwürdigste Schatz ist der silberne Dreifuß, der nun eines der werthvollsten Knnstdenkmäler der Römerzeit im ungarischen Nationalmuseum ist. Vom Somlyöberg öffnet sich eine prächtige Aussicht, einerseits auf das Veßpremer Comitat mit seinen Höhen, seinen anmuthigen Thälern und den vom Plattensee begrenzten Ebenen, anderseits auf die abwechslungsreiche Niederung des Särrit, über dessen hübsche
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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