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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 578 -
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578 Secbreite bedeutend geringer: zwischen der Fülöper Überfuhr uud Boglär 5 und bei der Tihanyer Überfnhr, an der Spitze der Tihanyer Halbinsel, nur 1'/- Kilometer. Der See zieht sich in der Richtung von Nordost zu Südwest durch das westliche Viertel Ungarns, das sogenannte Dnnäntnl (Viertel jenseits der Donau) und der ganzen Länge nach am süd- östlichen Fuße des Bakonygebirges hin. Er besteht aus drei Buchtenbildungen. Die östliche Ausbuchtung reicht von Kenese bis zur Tihanyer Halbinsel; das mittlere Becken hängt bei der Tihanyer Seeenge mit dem östlichen zusammen und streicht von Tihauy bis zu den Feneker Gestaden hinab; die westliche Bucht endlich, die den Namen Kleiner Plattensee (Kis-Balaton) führt, hängt bei der kaum 50 Meter breiten Fenöker Enge mit der mittleren Bucht zusammen. Diese westliche Bucht ist die kleinste, sie beträgt sammt ihren Gestrüppflächen kaum 5000 Joch. Der Ursprung seiner Geschichte fällt mit dem seines Namens zusammen. Vor der römischen Eroberung uud zu Beginn der christlichen Zeitrechnung war die Gegend von keltischem Volke bewohnt, das dem See den Namen Pelso oder Peiso gab. Die römische Welt behielt diesen Namen bei, ja sie übertrug ihn auch auf den Neusiedlersee (Fertö), in dessen Gelände der bojische Stamm der Kelten hauste. Und dieser wird wohl auch am Plattensee gewohnt haben. Zur Zeit der Avaren gebrauchen die lateinischen Schriftsteller noch den Namen Peiso und erst später entsteht der Name Balaton, der im Slavischen (blatto) einen Sumpf bedeutet. Urheber dieses Namens sind die Slaven, die als Hörige der Avaren in der Gegend sitzen. Die erste ungarische Urkunde von zweifelloser Glaub- würdigkeit, die den See erwähnt, und zwar als Balatin, ist ein Stiftungsbrief König Andreas' I. vom Jahre 1055. Jetzt gibt es in der Nähe des Plattensees kann: ein oder zwei Dörfer von slavischem Ursprung und auch ihre Bevölkerung wurde im vorigen Jahrhundert angesiedelt; slavische Ortsnamen jedoch kommen zahlreich vor, und zwar sämmtlich aus der Zeit der avarischeu Herrschaft. Solche sind: Komärom, Tapoleza, Tihany, Paloznak n. s. w. Das Seegebiet ist administrativ unter drei Comitate vertheilt. Die nördlichste Ecke von Almädi bis Füzsö, das ganze nordöstliche Ufer von Füzfö bis Akarattya und das südöstliche Ufer von Akarattya bis Siofok gehören zum Veßprömer Comitat; eiue Linie, die man von der Mitte des Siö-Flusses nordwärts in der Richtung des Dachgiebels der Almädier Csärda zieht, theilt die Wasserfläche einerseits dem Veßprimer Comitat, andererseits den Eomitaten Somogy und Zala zu. Diese imaginäre Linie ist die Ursache zahlreicher juristischer Verwicklungen und ihre Feststellung besonders bei den Besitzstörungen auf dem Gebiete des Fischfanges jedesmal von größter Wichtigkeit, wie nicht minder die Bestimmung der Linie, die nach der Längsrichtung des Plattensee's die Grenzscheide zwischen den Comitaten Somogy und Zala bildet.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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