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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 580 -
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580 die übrigens, mit Ausnahme weniger Strecken von Kleingrundbesitz, auch die ganze dritte Ausbuchtung, den kleinen Plattensee, ihr eigen nennt. Im Somogyer Comitat sind, mit Ausnahme der gräflichen Familien Hunyady, Jankovich, Zichy, Szechenyi, des Barons Wodianer und einiger adeliger Compossessorate von geringerem Belang, die Tihanyer Abtei und abermals das Veßpremer Domkapitel die privatrechtlichen Herren des Plattensees. Die Gesammtzahl der Besitzer macht also etwa 25 aus. Diese betreiben den Fisch- fang und genießen den sonstigen Fruchtgenuß, ihnen gehören die Bäder am Gestade uud ohne ihre Erlaubniß wäre nicht einmal der Verkehr von Dampfschiffen und Jachten zu- lässig. Das Staatsrecht hat dem Staate gar kein Recht an den Plattensee vorbehalten, aber auch dem Publikum nicht, denn es darf weder baden, noch den See beschissen, noch dessen Eisdecke zum Wagen- und Frachtverkehr benutzen. Indeß hindern die Eigenthümer das Publikum nicht im geringsten in der Ausübung dieser Rechte und das Publikum hat sich gewöhnt, von Fischfang und Nohrgewiunnng abgesehen, den Plattensee als sein Eigenthum zu betrachten. Der Plattensee wird in mancherlei Weise nutzbar gemacht, insbesondere für den Verkehr, den Fischfang, die Rohrgewinnung und das Baden. Der Verkehr findet zu Wasser und auf dem Eise statt. In alter Zeit bestanden blos zwei Überfuhrgelegenheiten, vom Veßpremer nach dem Zalaer und andererseits nach dem Somogyer Comitat. Die eine an der Tihanyer Überfuhr, die am Somogyer Ufer Szantöder Überfuhr genannt wird und wo auch jetzt ein Fährboot läuft; die andere, an der Fülöper Überfuhr, zwischen der Pußta Fülöp und Boglar, wo seither ein Dampfer das Fährboot verdrängt hat. Den Sommer hindurch und überhaupt wenn der See nicht von Eis bedeckt war, pflegte das unter einander verkehrende Publikum der drei Comitate gewöhnlich diese Überfuhren in Anspruch zu nehmen. Über die Tihanyer Halb- insel führte eine ziemlich schlechte und stellenweise überaus steile Gebirgsstraße an das See- gestade hinab, wo eine Esärda und ein gedeckter Wagenschuppen, beides von primitivster Constrnction, den Reisenden zur Verfügung standen. Das Verkehrsmittel aber war eine Plätte, die gleichzeitig fünf bis sechs Wagen nebst den vorgespannten Pferden und 30 bis 40 Menschen befördern konnte; diese Plätte wurde durch die Fährleute an das jenseitige Ufer gerudert. Es waren vornehmlich Marktlente, Hochzeitsgesellschaften und Leute, die zur Mühle fuhren, welche sich so übersetzen ließen. Zur Förderung des Wasser- verkehres bildete sich im Jahre 1846, nach dem Plane und auf die Anregung des Grafen Szechenyi, eine Aktiengesellschaft, die auf dem See Dampferfahrten ins Leben zu rufen trachtete. Sie schaffte auch einen Dampfer an, dessen Maschinerie aus England kam, während der Schiffsrumpf theils in Ofen, theils in Balaton-Füred gebaut wurde.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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