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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 584 -
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584 Die Stelle, wo dies geschieht, wird mit einem aus Binsen geflochtenen Apparat (,kae2vr', Flotte) bezeichnet, der stets auf der Wasserfläche schwebt; erst gegen Morgen, so lange es noch dunkel, rudert man hinein, ihn zu holen, und holt auch das Netz sammt den darin gefangenen Fischen in den Kahn ein. Diese Fischerkähne waren vor Alters gewöhnlich aus einem einzigen mächtigen Eichenstamme ausgehöhlte Eiubäume, sieben bis acht Meter lang uud iu der Mitte sammt den Wandnilgen etwa einen Meter breit; die Aushöhlung erfolgte derart, daß sie sich nach innen ausbauchte, die Öffnung aber eben nur weit genug war, um einem kräftigen Manne das Sitzen auf dem Querbrett zu gestatten. Ein solcher Kahn hieß ,koäor>x", Tonne, Tonnenkahn. Diese Form wurde vermuthlich auf Grund praktischer Erwägung eingebürgert, weil sie bei großem Sturm, weuu der Insasse sich im Kiel ni-dergelegt hat, dem Wellenschlage gut widersteht uud nicht sinkt. Doch sind gegenwärtig kaum noch ein paar solche Kähne auf dem Plattensee zu seheu uud an ihrer statt bedienen sich auch die Fischer eines dem Rettungsboote nachgebildeten Typus. Die Winterfischerei geschieht natürlich ohne Kähne. Die Fischer tragen das große Netz hinein und hauen dort, wo sie es versenken wollen, Reihen von Löchern in das Eis. Durch diese Löcher stopfen sie das Netz mittels eines Stopfholzes durch und versenken es dann ganz so wie im Sommer. Das Wiedereinholen des Netzes gestaltet sich natürlich schwieriger und erfordert mehr Menschenkräfte als im Sommer. Die Preise der Fische sind verschieden. Bei den Uferbewohnern erreicht das Kilo Schiel 30, andere Fische 20 Kreuzer; in etwas entfernteren Städten, wie in Veßprem, Tapolcza, Keßthely, Karad n. f. w., sind sie um fünf bis zehn Kreuzer theurer. Bei großem Fischreichthum und zur Sommerszeit sinken natürlich die Preise. Moorgruudelu werden im Plattensee nicht gefangen oder doch nur selten in den Grundschlamm führenden Theilen im sogenannten kleinen Plattensee; wohl aber fängt man Krebse, wenn auch nicht für den Handel, sondern jeder nur zu seinem Hausgebrauch, und zwar auf eigenthümliche Weise. Es gibt im Plattensee zwei Sorten eßbarer Krebse: den gemeinen Flußkrebs (^slacus lluviutilis) und den sogenannten „Ziegenkrebs" (Snmpskrebs, ^stacns leptockuctylug). Diese haben bekanntlich die Gewohnheit, Abends dem Ufer zuzueilen, ja sie steigen sogar an das Ufer, ins Gras, um auf die dort vorfiudlicheu Juseeten Jagd zu machen. Da gehen dann nach Sonnen- untergang die Knaben und Burschen ans Ufer- hinab, zehn bis zwölf Rohrhalme unter dem Arm, die sie an einem Ende anzünden, um bei diesem Lichte, bis an die halbe Wade im seichte» Uferwasser umherwatend, die landwärts drängenden Krebse abzufangen und mit gefüllten Schnappsäcken heimzukehren. Rohr besitzt der Plattensee nicht überall, immerhin wachsen davon bedeutende Mengen in den großen Buchten, besonders denen von Füzfö, Esopak und Szigliget; auch im kleinen Plattensee und bei Fenek kommeu verhältnißmäßig große Röhrichtstrecken vor,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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