Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kronprinzenwerk
deutsch
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
Seite - 597 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 597 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16

Bild der Seite - 597 -

Bild der Seite - 597 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16

Text der Seite - 597 -

597 Plattensees zuweilen selbst ohne allen Wind, bei ruhigstem Wetter Wellen schlägt oder, wie die Uferbewohner sagen, wallt nnd branst. All dies ist unbegründet. Ebbe und Fluth der Meere sind ihrer Natur nach durch die Wissenschaft schon ziemlich ausreichend erklärt. Und wenn die Ursachen nnd Bedin- gungen der Gezeiten, denen das Meer gehorcht, sicher erkannt sind, dann ist es zweifellos, daß der Plattensee, in Ermanglung jener Ursachen und Bedingungen, keine Ebbe nnd Fluth haben kann. Dieser seinem Wesen nach theoretische Schluß wird thatsächlich durch keinerlei widersprechende Erscheinung entkräftet. Der ansmerksame Beobachter, wenn er z. B. an ruhigeu Sommertagen stuudeulaug am Ufer von Gamaßa sitzt, nimmt zwar mitunter am Wasser eine Schwellung von mehreren Centimetern wahr, bald aber trifft ihn auch die Berührung irgend eines irreu Lufthauches von Balaton Fiired oder Füzfö her, dessen Druck auf die Wasserfläche schon einige Minuten früher jene Schwellung hervor- gerufen hat. Das Wasser ist äußerst empfindlich. Die Geschwindigkeit, mit der sich diese Empfindlichkeit fortpflanzt, zu messen, ist vielleicht unmöglich. Jedenfalls ist die durch den Winddruck verursachte Schwellung am Ufer schon wahrzunehmen, bevor der Wind, der den Druck ausübt, dahin gelangt. Eine Erscheinung ähnlicher Natnr hat Veranlassung zu der irrigen Ansicht gegeben, daß das Wasser zuweilen auch am ruhigsten Tage aufwalle. Die Winde der Tag- und Nachtgleiche im Frühjahr und Herbst, sowie die in sehr breitem Strich verlaufenden Winter- und Sommerstürme bringen natürlich den ganzen Plattensee in starke Bewegung. Bei solcher Gelegenheit denkt kein Mensch an die Theorie des Aufwallens bei ruhigem Wetter. Es gibt jedoch, besonders im Sommer, einen schmalen Strich bestreicheude Fleckeuwiude und Wirbelwinde von kurzem Durchmesser, die ihren Druck nur auf einen kleinen Theil der Seefläche ausüben und folglich nur auf diesem umschriebenen Theil einen Wellenschlag hervorrufen. Den Fleckenwind uud Wirbelwind kann der Beobachter vom Ufer aus nicht wahrnehmen, wenn der Wind keinen Staub und Kehricht mit sich führt, was ihm ja auf dem Plattensee nicht zu Gebote steht. Wohl aber sieht er das Welleu- gekräusel und die Schanmkämme der Wellen. Und dann beschränkt sich das Gewoge nicht blos ans den Ort und die Zeit des Wiuddruckes. Der Flecken- oder Wirbelwind hat sich längst besänftigt oder gelegt, während das Wasser natürlich noch immer wallt. Dieser Wind hat die Ruhe des Wassers vielleicht mehrere Meilen weit von dem am Ufer stehenden Beschauer gestört, aber die Wellenbewegungen pflanzen sich immer weiter fort uud gelangen schließlich bis zum Beobachter. Diese Erscheinungen nähren den erwähnten Irrthum. Die Tiefe» des Plattensees sind noch nicht überall vermessen. Auf der Linie zwischen Siöfok und Balaton-Füred beträgt die größte Tiefe vier Meter. Auch die Tiefe der
zurück zum  Buch Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild