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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (4), Band 16
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601 Wäre der Grund des Plattensees im Allgemeinen so fruchtbar wie der fruchtbarste Theil seiner Ufer, würde die Fruchtbarkeit nicht durch die aus der tiefen Lage folgenden Nebel und Spätfröste unverläßlich gemacht, und wären die nach der höchsten Schätzung etwa hunderttausend Joch Boden zu drainiren, so ließe sich durch vollständige Entwässerung eine Strecke Culturboden gewinnen, die zum höchsten Capitalswerthe auf 15 bis 20 Millionen geschätzt wird. Da aber der Grund des Plattensees zum großen Theil nicht fruchtbar wäre, vielmehr große Flächen von dürrem Sand und humuslosem, steinigem Terrain zu Tage treten, dazu aber auch noch die fruchtbaren Theile arg durch die Nebel, die frühen und besonders die späten Fröste zu leiden hätten, so darf man den Capitalswerth der etwa zu gewinnenden Bodenfläche auf kaum die Hälfte jener Summe berechne». Dagegen würden die Gewinne aus Schiffahrt und Fischerei, und vielleicht auch der Ertrag der Rohrgewinuuug zum großen Theil verloren gehen. Der größte und in der That sehr bedeutende Schaden träte jedoch durch die Änderung des Klimas und das Eingehen der Badeniederlassungen ein. Das in den Badecolonien investirte Capital beträgt schon jetzt nahe an zwei Millionen. Allein der Plattensee wird auch, wie bereits erwähnt, in einer sehr nahen Zukunft auf die Höhe seiner großen Bestimmung emporgelangen, die in der klugen Ansnütznug seines Klimas und seiner Seebäder als Heilkräfte besteht. Die Summe, welche der bäderbesuchende Theil der ungarischen Gesellschaft jeden Sommer im Auslande verzehrt, beträgt alljährlich mehrere Millionen. Diese Millionen steckt gegenwärtig die Gesellschaft des Auslandes ein, während sie doch zum Besten unserer Gesellschaft verwerthet sein sollten. Der Beruf des nicht entwässerten, nnverstümmelten Plattensees ist es, einen großen Theil dieser Millionen in der Heimat zurückzuhalten, ja dieselben noch durch das Geld des von auswärtigen Nationen gestellten Bade- und Vergnügungspublikums zu vermehren. Einige Jahrzehnte der Aufmerksamkeit, Klugheit und Betriebsamkeit werden dieses Ziel erreichen lassen. So wie die Hauptstadt Ungarns im Zeitraum von dreißig Jahren sich zu einer der größten Städte der Welt entwickelt hat, so wird der Plattensee nach Ablauf einer einzigen Generation unter die größten Badecentren und Heilstätten des Erdenrunds emporrücken. Was die Natur dazu geben konnte, das hat sie Alles gegeben. Es galt nur, all dies zu entdecken, wie die Goldfelder Afrikas. Nun ist die Entdeckung erfolgt, ja auch die Ausbeutung hat begonnen. Allein das Gold der Goldfelder erschöpft sich, während die wunderwirkende Kraft des Plattensees von ewiger Dauer ist. Das schwachgeborene Kiud, die Frau mit den kranken Nerven, der an Altersschwäche leidende Greis, der in langsamer Erholung begriffene Kranke, das ermüdete Gehirn, die halbentschwundene Lebenslust, die angegriffene Lunge — sie alle werden hier immer und ewig das klare Licht der Sonne finden, und die gleichmäßige Wärme des Sommers und die kräftige Bewegung der reinen Luft, Ungarn IV. 39
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (4), Band 16
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (4)
Band
16
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1896
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.18 x 21.71 cm
Seiten
616
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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