Seite - 178 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Mähren und Schlesien, Band 17

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178 (böhmisch ruku, äloukvu eostou). Tie böhmische Silbe H geht im Hannakischen in ein langes e über: stöne (böhmisch äoj, stejnif). Wie der Slovake und der Walache unterscheidet auch der Hanuake in der Aussprache ein hartes und ein weiches I, während der Böhme jetzt nur das mittlere (deutsche) I ausspricht. An die Hannaken schließen sich im Norden. Westen und Süden die Horaken (Horaci, Gebirgler) an. Zu den Horaken rechnet man die Bewohner des Flußgebietes der Schwarzawa und Zwittawa, des Hügellandes zwischen Brünn und Znaim, der Gebirgsgegend von Plumeuau gegen Könitz und Littan und von da gegen Loschitz und Hohenstadt und die Hochebene von Drahan. Der horakische Dialect unterscheidet sich nicht wesentlich vom Hannakischen. Auch in dieser Mundart findet die eigenthümliche Umlautung des i- und u-Lantes in e und ü statt. Doch klingen diese Umlaute viel breiter. Auch wird da jedem anlautenden ursprünglichen o ein v und jedem anlautenden a und umgelauteteu ü (--- u) und o (— ü, ou) ein Ii vorgeschlagen: vokrw, Kaie, köeko, kütad (böhmisch vkno, als, ueko, ütaä). Im Südosten und Osten Mährens längs der ungarischen Grenze, in der Umgebung von Kostel (Podivin), Lnndenbnrg, Straßnitz, Ungarisch-Hradisch und Ungarisch-Brod wohnen die Slovaken (Slovüci). Ihr Dialect zeichnet sich durch einen vollen und wohl- lautenden Vocalismus ans. Nordöstlich von den Slovaken, in der gebirgigen Gegend von Walachisch-Klobnk, Vsetin und Karlovitz, dann Roznan und Walachisch-Meseritsch hat seine Sitze das Hirtenvolk derWalacheu (Valasi). Beide Volksstämme sind die nächsten Stammverwandten der angrenzenden Slovaken Ungarns. In den Adern der Walachen rollt jedoch außer dem ursprünglichen slavischen auch eine Dosis rumänischen Blutes, wie nicht nur der Name selbst, sondern anch die Sprache unwiderleglich beweist. Das rumänische Volkselement hat im XII. bis XVI. Jahrhundert eine bedeutende Spannkraft entwickelt, indem es sich in nicht unbedeutender Anzahl einerseits in Dalmatien und Jstrieu, Serbien und Kroatien, anderseits in Siebenbürgen und der Bukowina ansässig machte und von hier aus Ansiedler und Hirten unter die galizischeu Rnssinen nnd Polen aussandte, als deren slavisirte Nachkommen die Hnculen gelten. Aus Galizien zogen diese Hirten mit ihren Herden weiter nach Westen, und ein Theil derselben wurde bis in die Gebirge der heutigen mährischen Walachei versprengt, wo er mit der dort theils schon ansässigen, theils nachziehenden slavischen Bevölkerung verschmolz und bald vollständig slavisirt wurde. Merkliche Spure» des rumänischen Ursprungs eines Theiles der heutigen mährischen Walachei haben sich bis jetzt in ihrer Sprache erhalten. Die Terminologie der walachischen Senner (salaZruci) ist znm großen Theile rumänisch.
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Mähren und Schlesien, Band 17
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Mähren und Schlesien
Band
17
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1897
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.42 x 21.88 cm
Seiten
750
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch