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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Band 19
Seite - 190 -
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190 in Lithauen jene von Wotyn nnd von Kiew, in Polen theilweise jene von West-Mazovien, wobei ihm das Aussterben der einzelnen Zweige der betreffenden Fürstengeschlechter zustatten kam. Das auf dem Principe der territorialen Autonomie aufgebaute und dessenungeachtet so gewaltige Reich verfehlte nicht, nach außen hin eine große Anziehungskraft zu üben, vor allem auf die deutschen Städte und auf die deutsche laudsässige Ritterschaft im Ordensstaate. Die den einzelnen Ständen und Territorien in Polen gewährleistete Freiheit bildete für jene ein Ideal im Vergleiche mit den Leistungen und Einschränkungen, welche ihnen der herrschende Orden auferlegte. Auch waren sie sich dessen bewnßt, das; die Vereinigung mit Polen ihrem Handel und ihrem Gewerbe ein immenses Hinterland und ein wirthschaftliches Absatzgebiet eröffnen werde. Sie schlössen daher den sogenannten „Eidechsenbund", traten mit Klagen gegen den Orden vor dem Apostolischen Stuhle auf, und als ihnen keine Genugthuung zntheil wurde, unterwarfen sie sich (1454) freiwillig dem Könige von Polen. Kazimir nahm ihre Huldigung entgegen, die Jncorporationsnrknnde rief aber einen langwierigen Krieg mit dem Orden hervvr. Der Krieg dauerte dreizehn Jahre, und da das polnische Massenaufgebot sich zur Erstürmung der Ordensburgen unzulänglich erwies, der Orden dagegen seine eigenen Unterthanen gegen sich hatte, so wnrde beiderseits zumeist mit Söldnertruppen gekämpft. So führte die Entscheidung eigentlich das Geld herbei. Die Hilfsquellen des deutschen Ordens versiegten früher; als der Sold ausblieb, kündigte das vom Orden größtentheils in Böhmen angeworbene Söldnerheer den Gehorsam. Sein Anführer Ulrich Ezerwonka übergab die wichtigsten Ordensburgen, darunter Marienburg, dem Polenkönige, der den aushaftenden Sold zn bezahlen im Stande war. Doch der Orden behauptete noch einige Bnrgen, vor allem Königsberg; erst nach einer schrecklichen Verwüstung des ganzen Landes wurde im Jahre 1466 der Friede zu Thoru geschlossen. Westprenßen fiel an Polen zurück. Ein Theil von Ostpreußen, die Diöcese des Bischofs von Ermeland, wurde als besonderes geistliches Fürstenthum der polnischen Oberhoheit unterworfen. Den Rest von Ostpreußen behielt der deutsche Orden, aber nur als Lehen der polnischen Krone. Polen erstreckte sich nun bis an das Meer, alle Hindernisse des Handels waren beseitigt und auf dem großen Handelswege, welchen die Weichsel bildet, strömten jetzt alle Prodnete Polens, Getreide, Holz, Honig, Wachs n. s. w., nach Danzig, um auf dem Seewege in das ferne Ausland zu gelangen. Die Folgen des Thorner Friedens waren daher für die wirthschaftliche Entwicklung Polens von der größten Tragweite und sein Ackerbau nahm einen ungeahnten Aufschwung, seitdem es ihm möglich geworden war, für die Ausfuhr zu produeiren. Die Anziehungskraft des polnischen Reiches machte sich aber auch im Westen und Süden geltend. Das dnrch langjährige Husitenkäinpse geschwächte und zerrüttete Böhmen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Galizien, Band 19
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Galizien
Band
19
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1898
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.48 x 22.34 cm
Seiten
920
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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