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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Band 19
Seite - 192 -
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192 hatte sich mit dem römischen Stuhle ausgesöhnt und suchte nach dem Tode Georgs von Podebrad nach einer eigenen Dynastie. In dieselbe Lage kam später Ungarn nach dem Tode des Mathias Corviuus. Beide Lander wandten sich nach Polen, wo ans der glücklichen Ehe König Kazimirs mit Elisabeth von Habsburg sechs blühende Knaben entsprossen nnd gleichsam dazu auserkoren schienen, alle benachbarten Throne zn besteigen und nm das polnische Reich herum ein immenses Gebiet jagiellonischer Klientelstaaten zn gründen. Die kühnsten Pläne für die Zukunft wurden in der Krakauer Wawelburg ent- worfen. Der älteste Sohn Kazimirs, Ladislaus, war zum böhmischen, der zweite, Kazimir, nnd nach dessen frühzeitigem Tode der dritte, Johann Albert, znm ungarischen Könige bestimmt; der vierte, Alexander, sollte in Lithauen regieren, dem fünften, Friedrich, der sich dem geistlichen Stande gewidmet hatte, war das Bisthum Ermeland und damit der maßgebende Einfluß auf den Orden, dem sechsten, Sigismund, der Hospodarenstnhl der Moldau und Wallachei zugedacht. Nicht alle vou diesen Plänen wurden verwirklicht. Ladislaus wurde zwar im Jahre 1471 als König nach Böhmen berufen und wußte sich auf diesem Throne zu behaupten, dagegen mißlangen die Züge der Prinzen Kazimir und Johann Albert nach Ungarn, denn die Ungarn zogen es vor, mit den Böhmen eine gemeinsame Dynastie zu besitzen und riefen im Jahre 1490 den König Ladislaus von Böhmen zu ihrem Könige aus. Der Hospodar der Moldau aber huldigte dem polnischen Könige. Jedenfalls war dies der Augenblick der größten Entwicklung Polens nach anßen. Gleichzeitig mit dieser äußeren Machtentfaltung ging in der inneren Entwicklung Polens ein gewaltiger Umschwung vor sich. Der dreizehnjährige Krieg mit dem dentschen Orden hatte znr Genüge gezeigt, daß Polen mit seinem mittelalterlichen Heerwesen den ueueu gewaltigen Aufgaben der äußeren Politik nicht mehr gerecht werden könne. Dazu war ein stehendes Heer und zu dessen Erhaltung eine allgemeine, ständige Besteuerung nöthig. Diese zog aber einen vollständigen Bruch mit der ganzen mittelalterlichen Verfassung nach sich, welche mittels Privilegien allen Ständen eine fast gänzliche Steuerfreiheit gewährleistet hatte, so daß die ordentlichen Staatsausgaben nur aus den Einkünften der großen Staats- domänen gedeckt, außerordentliche Stenern aber nur mit Zustimmung der betreffenden Stände auferlegt werden sollten. Als uuu während des dreizehnjährigen Krieges die Nothwendigkeit solcher außerordentlichen Steuern sich immer mehr geltend machte nnd als diese Steuern sich bald zu ständigen auszubilden drohten, blieb mich ein heftiger Widerstand der am meisten privilegirten Stände, insbesondere der Geistlichkeit, nicht aus. Während aber die Anhänger der alten Verfassung, der Privilegien, sich zu deren Vertheidigung immer mehr zusammenscharten, traten auf den Schauplatz des politischen Lebens neue Elemente, welche den Kamps für die neue Orduuug der Dinge aufnahmen. Vor allem fühlte sich der kleinere Landadel durch die Last der allgemeinen Wehrpflicht am meisten bedrückt,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Galizien, Band 19
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Galizien
Band
19
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1898
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.48 x 22.34 cm
Seiten
920
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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