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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Band 19
Seite - 193 -
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193 da er gezwungen war, sich ans Eigenem auszurüsten nnd während der häufigen Feldzüge zu erhalten, also aus dem beginnenden Aufschwünge des Ackerbaues nicht den erwünschten Nutzen ziehen kannte. Dieser Stand hatte anch unter den Mißbräuchen des Gerichts- wesens und der Verwaltung am meisten zu leiden und versprach sich das Beste von einer fürsorglichen königlichen Regierung und von der Schmäleruug des Einflusses der geistlichen und weltlichen Hierarchie. Dieser Landadel war es auch, welcher auf dem Feldzuge nach Preußen im Jahre 1454 in dem Lager von Nieszawa den König nm Abstellung verschiedener Mißbräuche bestürmte und von demselben das verbriefte Versprechen einer weitgehenden Reform empfing, unter anderen auch die Zusage, daß er den Adel der einzelnen Territorien zur Berathung in Steuer- und Kriegssachen berufen werde. Doch wären die Massen nicht im Stande gewesen, ^ einen wirklichen Kamps gegen die scheu Geiste an^e^ ^ die Ideale des römischen Rechtes ^damc S gisnm«d nach Möglichkeit zur Geltung zn bringen suchten. In ihnen verkörperte sich die neue politische Richtung, welche im Abendlande, vor allem in Frankreich, zum Durchbruch gelaugt war. Einer von ihnen, Johann Ostrorog, entwarf sogar das Programm einer vollständigen Reform des polnischen Staatswesens, welche in der Suprematie des Staates über die Kirche, in der Stärkung der königlichen Gewalt, in der Abschaffung der Privilegien und in der Anferlegnng von Stenern gipfelte. Leute dieser Richtung, die sogenannten juniores, scharten sich jetzt um den König, traten theilweise in den Kronrath ein und verhalfen dem Könige zum Bruche der Privi legien, die bisher fiir unantastbar gegolten hatten. Der Geist der neuen Zeit blieb zwar auch auf Einzelne nicht ohne Wirkung; der geistliche Stand als solcher aber war keineswegs gesonnen, ans seine Privilegien freiwillig zu verzichten und gab oft erst Gewaltmitteln von Seite des Königs nach; die Autonomie der Domcapitel iu der Wahl der Bischöfe wurde beseitigt. Die vom Könige ernannten Bischöfe erwiesen sich den Anforderungen des neuen Galizien. 13
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Galizien, Band 19
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Galizien
Band
19
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1898
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.48 x 22.34 cm
Seiten
920
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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