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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Band 19
Seite - 194 -
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194 Staatswesens gefügiger, die Insassen der großen Kirchengüter wurden zu den allgemeinen Steuern verhalten. Die vom Könige öfters zusammenberufenen Versammlungen des Landadels in den einzelnen Territorien, die sogenannten Lejmiki, Landtage, bildeten sich zu einer ständigen Institution aus und dienten dem Könige als williges Werkzeug, wo es galt, den Widerstand der Großen des Reiches im Kronrathe zu lähmen. Ein weiterer Schritt in dieser Richtung lag darin, daß die von den einzelnen Landtagen gewählten Vertreter, die Landboten, zusammenkamen, um in ihrem Namen gemeinsam zu berathen und zu beschließen. Auf diese Art ist die sogenannte Landbotenkammer entstanden, welche zusammen mit dem bisherigen Kronrathe als zweiter Kammer den sogenannten Reichstag, bildete und über die wichtigsten Fragen ohne Rücksicht auf Privatrechte und Privilegien entschied. König Kazimir IV. starb im Jahre 1492. Sein Nachfolger Johann Albert setzte das von ihm begonnene Werk der inneren Reform niit größerer Energie fort. Sein vertrauter Rathgeber war sein ehemaliger Lehrer Philipp Kallimach Buouaeorsi, ein italienischer Humanist, welcher nach einer wechselvollen Vergangenheit in Polen eine Heimstätte fand und den jungen König zur Entschiedenheit in seinem autoritären Streben aneiferte. Johann Albert stützte sich offen auf den Landadel nnd anf die Landbotenkammer, beseitigte den Einfluß der Großen und regierte ziemlich unbeschränkt. Der willige Reichstag beschloß die geforderten Steuern, darunter auch eine Personaleinkommensteuer, welche alle Unterthanen ohne Rücksicht auf frühere Privilegien zu entrichten hatten, und der König plante einen großen Zug, angeblich gegen die Tataren, eigentlich aber zur Occnpirnng der Moldau. Der Zug kam im Jahre 1497 zustande, endigte jedoch, weil die Unterstützung seitens der Ungarn ausblieb, mit einem Rückzüge, in welchem das polnische Heer zum großen Theile aufgerieben wurde. Der König starb bald darnach im Jahre 1501, und die Wahl fiel jetzt auf seinen jüngeren Bruder Alexander, welcher seit dem Tode seines Vaters in Lithauen die Regierung geführt hatte. Tiefere politische Rücksichten lagen dieser Wahl zu Grunde. Alexander hatte sich als Großfürst von Lithauen in einen Krieg mit Moskan verwickelt, welches nach der Erobernng von Pskow und Nowgorod bedeutend erstarkt war und auf die Eroberung der ruthenischen Provinzen des lithauischen Reiches immer deutlicher losging. Lithauen, auf sich selbst beschränkt, war diesem Kriege nicht gewachsen und suchte nun wieder eine innige Vereinigung mit Polen. Infolge dessen wurde Alexander, welcher schon Großfürst von Lithauen war, znm polnischen König gewählt. Er blieb aber in Lithauen, um den Krieg weiter zu führen, ernannte seinen Bruder Friedrich zu seinem Stellvertreter in Polen und erließ im Jahre 150l in Mielnik ein Privilegium, in welchem er dem Kronrathe die meisten Regieruugsrechte einräumte und mit der Politik seines Vorgängers vollständig brach.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Galizien, Band 19
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Galizien
Band
19
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1898
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.48 x 22.34 cm
Seiten
920
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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