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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Band 19
Seite - 195 -
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195 Dieser Rückschlag war aber nur von kurzer Dauer. Der regierende Kronrath, jetzt gewöhnlich Senat genannt, führte die Staatsgeschäfte sehr unbeholfen, was besonders in der Vertheidigung der östlichen Provinzen gegen die Einfälle der Tataren zum Vorschein kam. In den weiten Schichten des Landadels wurde der Wunsch immer lauter, der König möge zurückkehren und die Regierungsgeschäfte persönlich übernehmen. Der König kehrte denn auch zurück und setzte auf den Reichstagen von 1504 und 1505 eine gründliche Reform des polnischen Staatswesens dnrch. Die Coinpetenz der obersten Staatsämter wnrde genau bestimmt, das Privilegium von Mielnik abgeschafft, die Coinpetenz des Landtages auf die Änderung der Gesetze uud Auferlegung von Steuern beschränkt. Die ganze Exeentivgewalt verblieb somit bei dem Könige. Der Urheber dieser Reform war der Unterkanzler Johann Laski, ein Mann von großer politischer Thatkraft und weiter Umsicht. Mit Moskau wurde ein Waffenstillstand geschlossen; die Tataren, welche einen großen Einfall nach Lithauen unter- nommen hatten, wurden von Michael Glinski bei Kleek vollständig aufgerieben. Nach dem unerwarteten Tode Alexanders im Jahre 1506 kam sein Bender S ig i smund an die Reihe. Während dessen langjähriger Regierung (bis 1548) gelangten jene Keime zu vollständiger Entwicklung, welche bereits in der zweiten Hälfte des XV. Jahrhunderts auf- gesprossen waren. Der durch die Eröffnung des äußern Exportes gehobene Ackerbau bewirkt einen gewaltigen Umschwung in den Sitten und in der Lebensweise des Volkes. Der Adel, welcher früher zwar auf dem Lande ansäßig, aber fast ausschließlich auf die von den Bauern entrichteten Zinse angewiesen war und sich nur um das Ritterhandwerk kümmerte, bleibt jetzt bei diesem nur in der Theorie, wird aber in der Praxis zu einer friedliebenden, ackerbautreibenden Classe. In allen Dörfern entstehen neben den bäuerlichen Besitzungen besondere Gutsbesitze, welche von den Gutsherren auf eigene Rechnung bebant und verwaltet werden. Den Grundstock dieser Gebiete bilden die alten Schnlzenhöfe, welche überall abgekauft und durch Rodung der Wälder und Urbarmachung von brach liegenden Fluren bedeutend vergrößert werden. Doch dem Gutsherrn fehlt es noch an Arbeitskräften, welche zur Zeit der Ernte sehr hoch zu stehen kommen. Da zögert der Adel nicht, das politische Übergewicht, das er auf den Reichstagen gewonnen hat, in wirthschaftlicher Beziehung auszubeuten. Vom Jahre 1496 an folgen nacheinander Reichstagsbeschlüsse, welche die Freizügigkeit der Bauern vollständig aufheben und den IS»
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Galizien, Band 19
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Galizien
Band
19
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1898
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.48 x 22.34 cm
Seiten
920
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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