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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Band 19
Seite - 209 -
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209 schwedische Prinz Sigismund Wasa, ein Neffe des letzten Jagiettouen Sigismund August. Au die Spitze der Gegenpartei stellten sich die während der Regierung Bathorys gemaß- regelten Zborowski; ihr Throneandidat war Erzherzog Maximilian, Sohn des Kaisers Maximilian II. Der von demselben unternommene Wahlzug uach Krakau mißglückte jedoch vollständig. Sammt seinen polnischen Anhängern in zwei Treffen von Zamoyski besiegt, gerieth Erzherzog Maximilian in Gefangenschaft und erhielt die Freiheit nnr gegen Verzichtleistung auf die polnische Krone. S ig i smund III. stellte sich die Bekämpfung des Protestantismus zum Lebenszwecke und verfolgte sein Ziel ohne Rücksicht auf die ihm zu Gebote stehenden Mittel. Nach Polen gekommen, entfremdete er sich alsbald Zamoyski, dem er den Thron verdankte, sowie andere hervorragende Männer. Nach dem Tode seines Vaters fiel ihm im Jahre 1592 die schwedische Krone zu. Er mußte aber seinem Oheim Karl, Herzog von Sudermannland, als Statthalter die Regierung überlassen; dieser stellte sich an die Spitze der protestantischen Bewegung in Schweden und bedrohte, von großer Popularität getragen, den König Sigismund mit Enterbung. Sigismunds Politik war nnn ans die Wiederherstellung des Katholicismus in Schweden und auf die Behauptung des schwedischen Thrones gerichtet; Polen sollte ihm dazn nur als Stütze dienen. Zu diesem Zwecke knüpfte er enge Beziehungen mit Österreich an, heiratete die österreichische Prinzessin Anna und nach deren Tode ihre Schwester Constanze und gerieth sogar in den Verdacht, daß er dabei die polnische K^one einem der österreichischen Erzherzoge zugesagt oder gar in eine Theilung Polens ein- gewilligt habe. Im Jahre 1598 zog Sigismund mit polnischen Hilfstruppen zum zweiten- male nach Schweden, würde aber bei Linköping geschlagen und der schwedischen Krone für verlustig erklärt. Zu einer Anerkennung dieser Thatsache wollte er sich aber nicht bequemen und verwickelte Polen in einen langjährigen dynastischen Krieg mit den Schweden, an welchem beide Völker als solche nur ein geringes Interesse hatten. Den Schauplatz des Krieges bildeten die Ostseeproviuzen. Karl von Sudermannland erlitt im Jahre 1605 durch den polnischen Feldherrn Karl Chodkiewiez eine furchtbare Niederlage bei Kirchholm, doch der Krieg zog sich in die Länge. Gustav Adolf verlegte im Jahre 1626 dessen Schauplatz nach Preußen, nahm dasselbe ein und schloß im Jahre 1629 nur deshalb einen Waffen- stillstand, um in den dreißigjährigen Krieg eingreifen zu können. Der Mißmuth der Polen äußerte sich schließlich in einem Aufstande der Opposition nnter Führung des Krakauer Wojwoden Zebrzydowski. Die Aufstäudischeu wurden zwar bei Guzöw (1607) aufs Haupt geschlagen, aber die königliche Partei unter dem Adel gestattete aus Mißtrauen dem König nicht, diesen Sieg zur Stärkung seiner Macht aus- zunützen. Daneben gelaug es der Politik Sigismunds, Polen mit allen seinen Nachbarn zu verfeinden. Unter seinem Patronat kam in Krakau das Eomplot des falsche» Galizien.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Galizien, Band 19
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Galizien
Band
19
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1898
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.48 x 22.34 cm
Seiten
920
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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