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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Band 19
Seite - 250 -
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250 Es ermangeln nämlich gewisse Gegenden keineswegs der Individuen von ausdrücklichem Cretintypns, welche das dortige Volk Kartaken nennt. Vor 50 Jahren beschäftigte sich mit ihrer Erforschung der Professor an der Jagiettonischen Universität Doktor Kozubowski und die von ihm gelieferte Beschreibung berechtigt in genügendem Maße zu ihrer Bezeichnung als Cretins, wenn auch glücklicher Weise nicht des höchsten Grades. Als Muster kann die Beschreibung eines Karlaken aus dem Dorfe Peim im Myslenieer Bezirk gelten. Seine Körperhöhe betrug im 17. Lebensjahre 112 Centimeter, die Stirne war niedrig schief znrückgeneigt, mit einer Haut bedeckt, die sich namentlich beim Lachen sehr faltete, der Kopf war groß, viereckig, sein Umfang sammt dem kurzen Haar betrug 55 Centimeter, das Gesicht war kurz, breit, aufgeschwollen, von leichenhafter Blässe und blödem Ausdruck; die Lippen wulstig, die Kiefer stark vorstehend, die Zähne schütter und schiefgestellt, die Zunge war dick, die Nase breit nnd bei der Wurzel sehr tief eingesunken; das Gehör war stumpf, die Sprache undeutlich, die Geisteskräfte waren so sehr geschwächt, daß kaum die Hausgenossen sich mit ihm verständigen konnten. Er hatte keinen Kropf, jedoch kommt ein solcher auch oft bei anderen Cretins vor. Nach der Volkszählung im Jahre 1890, bei welcher auch die Zahl der Cretins angezeichnet wurde, kommen auf je 10.000 Seelen 4 3 Cretins. Fast die gleiche Anzahl, 4 5 auf je 10.000 Einwohner, gibt auch Kitz (Österreichische Statistik, Baud 5) an. Wie gewöhnlich, trifft man sie auch hier zumeist in Gebirgsgegenden oder in solchen Gegenden, die am Fuße der Berge gelegen sind nnd alpinen Charakter haben. In absoluter größter Anzahl, 22 8, fand man sie im Bezirk von Grybow, über 10 in jenen von Gorliee, Myslenice, Nen-Sandec, Neumarkt uud Zydaczvw; mit der Durchschuittszahl gleich (4'3) in den Bezirken von Sniatyn, Nadworna, Ropezyee, Tnrka, Bochnia, Dolina, Mielee und Lemberg; in geringster Anzahl, weil uur mit Decimalzahlen auszudrücken, fanden sie sich in den Bezirken von Bnezacz, Kolbnszowa, Sambor, Ttnmacz und Ztoezöw. Es möchte demnach scheinen, daß sie in jenen Gegenden, wo die rnthenische Bevölkerung der polnischen vorherrscht, seltener vorkommen. Man kann jedoch diesen Schluß, der sich auf die Gegenden bezieht, nicht auch mit der Nationalität ihrer Bewohner in Verbindung bringen, da sich in dem westlichen oder polnischen Theile des Landes rnthenische Ansiedelungen befinden, welche sich im Gebirge bis in den Sandeeer Bezirk an den Poprad erstrecken, in den östlichen Gebieten hinwieder, welche hauptsächlich von Rnthenen bewohnt werden, sich nicht nur in Städten und Städtchen, sondern in Dörfern viele Polen finden. Bei der oben erwähnten Volkszählung jedoch sind sie in Bausch nnd Bogen ohne Unterscheidungen aufgenommen worden. Im Allgemeinen aber gehören die Cretins, wie dies das dargestellte Verhältniß von 4 3 auf 10.000 Seelen aufweist, in Galizien zu den äußerst seltenen Ausnahmen.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Galizien, Band 19
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Galizien
Band
19
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1898
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.48 x 22.34 cm
Seiten
920
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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