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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Band 19
Seite - 258 -
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258 und überflüssig machen. Sie reicht also beim Lasowiaken kaum bis zu den Knien, ja sie ist noch kürzer, im Gegensatz zum Bewohner des Flachlandes, dessen Gewand bis an den Boden reicht. Im Berglande bedingt das Terrain freie Arme und Beine; darnm trägt hier der Bewohner das Oberkleid nicht anschließend, sondern hängt es bloß über die Achseln. Derselbe Grund dürfte Veranlassung sein, daß der Gorale das Hemd nicht über das Beinkleid herabfallen läßt, wie dies bei allen Bewohnern der Ebenen und Wälder der Fall ist. Für den Goralen sowie für den Lasowiaken sind Stiefel zu schwer und ungeeignet, so ist denn die gleichsam natürliche Beschuhung der einen wie der anderen der Chodak.' Diesen Chodaken sind bei den einen wie bei den anderen enge Beinkleider angepaßt. Je näher einer größeren Stadt, um so kostbarer und reicher wird die Volkstracht, je mehr ein Winkel der Civilisation entrückt und je mehr er mit „Brettern vernagelt" ist, desto einfacher und bescheidener wird dieselbe sein. Die kleidsamste und geschmackvollste Tracht ist unzweifelhaft jene der Krakowiaken. Seinen Kopf bedeckt der Krakowiake mit der berühmten Xrukusku, welche auch lioAut^wku oder kivAutku (Hörnerkappe), nach den vier an ihr ersichtlichen Hörnern, heißt. Unten herum läuft ein schwarzer Lammfellstreif, die Mütze selbst ist mit carminrothem Tuche überzogen und gewöhnlich mit Pfauenfedern geschmückt. Eine nicht weniger charakteristische Kopfbedeckung des Krakowiaken ist sein schwarzer, unten breiter, nach oben zu schmäler werdender Filzhut mit schmalem Rande, vielfärbigem Schmuck und Pfauenfedern, wie die Mütze sie hat. Die krakuska findet man auch bei den Mazuren, wenn auch von etwas verschiedener Form und Farbe, einen solchen Hut aber trägt Niemand als der Krakowiake. Sein Obergewand besteht aus einer langen Sukmaue aus weißem Wollenstoff, die mit rothen Stickereien und ebensolchen Quasten geschmückt ist, einen Stehkragen hat und gewöhnlich vorne nicht geschlossen wird. Unter dieser Sukmaue, oft auch ohne sie, tragen sie einen Kaftan aus grauatfarbeuem Tuch, der roth gefüttert und ärmellos bis zu den Knien reicht und mit kleinen Knöpfen, mit gestickten Zieraten, Quasten, Fransen und kleinen Wollbüscheln von zumeist rother Farbe geschmückt ist. Dieser Kaftan wird meist, die Sukmane nur selten, mit einem Lederriemen umgürtet, der je nach dem Anlasse breiter oder schmäler, jedoch gewöhnlich mit Weißblechplättchen, Nägelchen, kleinen Münzen beschlagen und mit messingenen klirrenden Rädchen behängt ist. Unter dem Kaftan befindet sich das Hemd aus weißer Leinwand mit einem kleinen Kragen, der oft mit Stickerei geschmückt ist und vermittelst einer Stecknadel, eines rothen Bändchens, einer Schleife oder kleinen Kokarde zusammengehalten wird. An den Ärmeln sind auch weiße, mit Stickerei geschmückte Besetze, die mit Knöpfen zu schließen sind. Ein Halstuch trägt der Krakowiake niemals, wie übrigens auch sonst kein polnischer Bauer. Seine Beine bekleidet ' Chodaki sind vom Bauer selbst genähte Schuhe aus nngegerbtem Leder; die aus Bast heißen Kurpie.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Galizien, Band 19
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Galizien
Band
19
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1898
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.48 x 22.34 cm
Seiten
920
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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