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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Band 19
Seite - 259 -
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259 der Krakowiake mit weiten Hosen, zumeist aus Perkail mit rothen, blauen oder lilafarbigen Streifchen aus Hellem oder weißem Grunde, die er iu die Stieselschäste steckt. Die juchtenen Röhrenstiefel gehen bis zum Knie und sind an den Absätzen mit hohen eisernen Beschlägen versehen, mit welchen er beim Tanze so heftig den Tact schlägt, daß die Wände der Schenke davon erzittern. Im Winter trägt man bei größerem Froste anstatt der Sukmaue einen weißen nicht mit Tuch überzogenen Schafpelz, dessen Schnitt und Ausschmückung dem der Sukmaue gleichen. In dem Maße als man vom Krakauer Gebiet gegen die Karpathen vorschreitet, sieht man wie die weiße Krakauer Sukmaue allmälig ihren Schnitt ändert, wie sie immer kürzer wird, wie der charakteristische Krakauer Kaftan und Hut verschwinden und wie an ihre Stelle kurze Westen und niedere, runde, wenn anch ebenfalls aus Filz verfertigte Hüte treten, wie die weiten Krakauer Beinkleider enger werden, die pompösen Krakauer Stiefel und die grellen Farben allmälig schwinden und wie ein gewisses Etwas immer mehr zunimmt, was der Krakauer Erde, ja sogar den heimatlichen Urelementen fremd zu sein scheint. Wenn wir endlich bei den Pod Hakanen anlangen, so sehen wir schon einen ganz veränderten Typus der Volkstracht. Wenn der Gorale Stiefel trägt, so geschieht dies höchstens zum Kirchgang, oder zu einer festlichen Gelegenheit. Diese Stiefel reichen übrigens, was Schönheit nnd Form anbelangt, den Krakauer Stiefeln nicht das Wasser. Des Goralen natürliche und täglich benützte Beschuhung sind die Lkockaki, welche er mit einem dem Slovakischen entlehnten Namen Xierpce nennt, was mit dem echt polnischen Worte Xurpis identisch ist. Die Beinkleider sind wärmer als die der Krakauer, aus weißem Tuch verfertigt und anschließend, an den Nähten nur mit einem rothen Schnürchen geziert. Das Hemd ist gewöhnlich aus grober Leinwand, am Halse mit einer großen Messingnadel zusammengehalten, kurz und in das Beinkleid gesteckt. Die Lenden umgibt ein breiter und nur hierin dem Krakauer ähnlicher Gürtel aus grobem, hartem Leder, welcher vorne durch eine lauge Reihe messingener Schnallen geschlossen wird und in dem sich das Geld, Tabak, das Feuerzeug und andere Kleinigkeiten befinden. Über dem Hemde trägt der Gorale eine kurze, kaum bis zum Gürtel reichende Tuchweste, oder wenn es sehr kalt ist, einen ebensolchen Pelz ohne Ärmel. Sein Oberkleid bildet eine kurze, aus weißem oder braunem Tuche verfertigte Sukmane, Gnnia genannt, in deren Ärmel man nur bei Regen oder Frostwetter schlüpft, während sie gewöhnlich bloß über die Achseln geworfen und am Halse vermittelst einer Schnur zugebunden wird. Den Kops bedeckt der Gorale mit einem kleinen, runden, mit einer Schnur kleiner Seemnscheln nmwnndenen Hute mit schmalem oder, je nach der Gegend, übermäßig breitem Rande. Ein unzertrennlicher Begleiter nnd gleichsam eine Ergänzung seiner Erscheinung und Tracht ist sein wie eine Axt geformter oft mit schönen Zieraten geschmückter Stock, den er diupuZu nennt.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Galizien, Band 19
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Galizien
Band
19
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1898
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.48 x 22.34 cm
Seiten
920
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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