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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Band 19
Seite - 262 -
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262 vorsintsluthlicheu Schnitt und gleichfalls ohne alle Verzierung; der Pelz ist mit weißem gegerbten Leder besetzt, der Kragen nur bei der Leinensukmaue mit blauem Tuch überzogen. Der Gürtel ist weiß, bei Kindern roth gegerbt, ohne allen Zierat. Das Hemd, mit einem schmalen Stehkragen versehen, wird am Halse mittelst eines Schnürchens oder farbigen Bandes, manchmal auch einer blanken Nadel, zusammengehalten. Das Beinkleid wird unten zusammengebunden und ist entweder weiß und aus Hanf oder Linncnstoff gefertigt so wie das Hemd, oder es ist bei sonst gleicher Tracht, aus blauem Tuche uud um die Taschen herum mit rothem Tuche benäht. Als Fußbekleidung trugen sie ehedem gleich den Goralen t!kc»claki aus Leder, zur Sommerszeit aus Lindenbast, die man Kurpie nennt. Heutzutage sind Röhrenstiefel üblich geworden, die wohl nicht so prächtig wie die an den Ufern der Weichsel oder im Krakauer Gebiet verfertigten, aber auch mit Stiefeleisen beschlagen sind. Die Tracht der Lasowiaken hat natürlich viele Variationen. Die Grxbowiaken z. B. benützten an Feiertagen zu meiner Zeit anstatt der Ledergürtel solche, die aus rother Schafwolle gewebt und so geschlungen wurden, wie wir es in den Trachten des polnischen Adels sehen. Sie gefallen sich auch in den rothen Hörnerkappen der Krakauer. Den San entlang kommt diese Tracht der Lasowiaken bis in die Nähe von Rzeszöw vor, wo der vierte Typus der mazurischen Trachten beginnt, den wir den Rzeszöw-Typus nennen können. Man trifft ihn in zahlreichen Variationen auf jenem beträchtlichen Gebiete Westgaliziens an, welches von Rzeszöw aus gegen Nord, Ost und West sich ausbreitend, bis in das Bergland sich erstreckt. Es ist dies eine farbenreiche und schöne Tracht. Der Hut aus Filz ist schwarz, mit breitem Rande, mit abgerundetem oder flachem Kopse; ihn umgibt ein schwarzes, zwei bis drei Centimeter breites Sammtband und schmückt ein Strauß künstlicher Blumen und eine Pfauenfeder. Im Sommer ist ein eben solcher weißer Filz- oder Strohhut üblich. Die Sukmaue, auch das „schwarze Kleid" genannt, ist aus grobem, dunkelbraunem Tuche, wie die masurische gewöhnlich ist. Der Kragen ist hoch, stehend, um ihn ein rother und blaßgelber ausgezackter Streifen in dreifachen Wellenlinien genäht. Derselbe Besatz läuft unterhalb des Kragens um den Halsausschnitt der Sukmane, geht über die Achseln, läuft auf der Brust an jeder Randseite bis znm Gürtel hinab und ist außerdem mit drei Reihen kleiner, aus rother und gelber Wolle geformter Knöpfe geschmückt. Die Snkmane wird mittelst sogenannter „Hafteln" geschlossen. Die Leinen- snkmane sowie der Pelz sind von ähnlichem Schnitt, ein Unterschied besteht nur im Aufputz. Unter der Sukmane ist die Tuchweste, deren Schnitt nahezu, deren Farbe vollkommen der des österreichischen Uhlanen-Wafsenrockes gleicht. Auch ihre Länge ist fast dieselbe, wie die der Uhlaueuröcke. Sie wird mit und ohne Ärmel getragen, immer aber ohne Kragen, ist vom Halse an bis zum Gürtel mit Hafthaken geschlossen nnd vorne,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Galizien, Band 19
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Galizien
Band
19
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1898
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.48 x 22.34 cm
Seiten
920
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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