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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Band 19
Seite - 269 -
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2t>9 Wie wir schon oben erwähnten, findet man viel Gefallen an einer Übertünchung der Außenseite des ganzen Hauses; in diesem Falle sieht es wie ein gemauertes aus; besonders die Krakowiaken, aber auch die Mazuren und die Goralen, lieben dieses Anweißen, welches erst bei den Lasowiaken und den auf die höchsten Gebiete hinaufgeriickten Goralen, z. B. den Podhalanen, vollständig verschwindet. Eine Untermauerung findet selten statt. Das erste Holz, welches (Unterzug) oder I^eZai- (Lagerbaum) heißt, stützt sich hauptsächlich auf Eichenklötze oder Steine und liegt gewöhnlich direet auf der Erde, das letzte Holz, welches den Blockbau abschließt, wird (Dachbalken) genannt; an diesen werden die Dachsparren sowie die Querbalken gestützt, welche von einer Wand zur andern gehen und auf welche hinwieder die Zimmerdecke aus Holzschwarten befestigt wird. An die Sparren nagelt man die Dachlatten an und der Dachstnhl ist fertig. Die Dachbedeckung ist bei den Bewohnern der Ebenen aus Stroh, welches in Garben gehörig zubereitet und entweder ganz eben oder stufenförmig an die Latten befestigt wird. Diese Thätigkeit nennt man das „Benähen" (?os??cie), die so hergestellte Bedachung strseclia (Strohdach). Manchmal ist der Okap (Traufe) allein aus Schindeln hergestellt. Die Goralen decken ihre Häuser mit Schindeln oder dünn gespaltenen, nicht gesägten Brettern. Es kommt auch vor, daß der obere Theil des Daches aus Schindeln, der untere aus Spaltbrettern hergestellt ist. Auf beiden Hauptseiten des Daches werden manchmal Öffnungen angebracht, welche gegen Niederschläge von oben aus gedeckt sind und v)'mniki (Rauchlöcher) heißen. Der Dachgiebel wird kalenica genannt, der unterste Theil jedoch, welcher unmittelbar über den Wänden hervorsteht, heißt Okap (Traufe). Damit von unten her keine Kälte in die Stnbe eindringe, befindet sich nm die Wände rings herum ein Erdauswurf (?r?>'2ba genannt), welcher bis zur Höhe des Unterlegers (ersten Balken) und noch höher hinanf reicht und von außen durch ein kleines Bretterzäunchen, oder wie im Gebirge durch Steine, festgehalten wird. Bei den Lasowiaken jedoch heißt er ganz poetisch N i o s q c ^ a (Mondscheinchen), ein Vergleich mit dem Schein, welcher die Köpfe der Heiligen in Gestalt eines Kreises umgibt und in altpolnischer Sprache >Iiesiao2oIc genannt wurde. Die innere Eintheilnng des Hauses zeigt keine große Mannigfaltigkeit; in dieser Hinsicht kann man nur zwei Haupttypen unterscheiden. Bei dem einen ist die Eingangs- thüre in der Mitte, durch diese tritt man in den Flur, welcher das Haus in zwei gleiche Hälften theilt. Auf der einen wie auf der andern Seite befinden sich Wohn- stuben. Den zweiten Typus zeigt das Haus, welches nur eine einzige Wohnstnbe, selten mit Erkerstübchen, besitzt, welche den größten Theil, und einen Hausflur, welcher den kleineren Theil des Gesamnitraumes einnimmt. In diesem Falle führt die Eingangsthüre
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Galizien, Band 19
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Galizien
Band
19
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1898
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.48 x 22.34 cm
Seiten
920
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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