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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Band 19
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291 Die Legende nennt diese gottesfürchtige Königin die Veranlasserin der Entdeckung der berühmten Salzbergwerke in Wieliczka und Bochnia, zum Theil auch als die Beschützerin des Volkes zur Zeit des ersten Einfalles der Tataren in Polen (1241). Eine dieser Legenden erzählt, daß die Königin, welche später das Kloster der Clarissinnen in Alt-Sandec gründete und dort als Nonne starb, mit dem armen Volke vor den sie verfolgenden Tataren nach Ungarn hinüber floh. Zu den Bergmannssagen gehört auch die Sage von dem im Bergwerke von Wieliczka verschütteten Knappen. Sie ist ein Beweis von der tiefen Frömmigkeit, durch welche sich die Bergleute von Wieliczka und Bochnia immer ausgezeichnet haben und ist zugleich auch geeignet, uns vom Standpunkt der Geschichte aus zu interessiren. Die Lehrmeister der polnischen Knappenschast waren Deutsche gewesen, und so ist auch die Sage, von welcher wir berichten wollen, mit der ursprünglich deutschen Familie der Bonar verknüpft. In jenem Theile der Stadt Krakau, welcher der Kazimierz (Kazimir) genannt wird, steht die Kirche der heiligen Katharina, ein bewunderungswürdiges, von König Kazimir dem Großen (1333 bis 1370) im gothischen Style errichtetes Bauwerk. In dieser Katharinenkirche auf dem Kazimierz befindet sich ein wunderthätiges, auf eine der Wände gemaltes Frescobild Christi des Erbarmers, und nahe an diesem ein ähnlich ausgeführtes Bild Mariä vom Troste. Die Geschichte dieser Bilder ist mit dem Leben des Jesaias Bonar verknüpft, welcher in Krakau im Jahre 1380 geboren, ebenda im Jahre 1471 gestorben und in der Katharinenkirche beigesetzt worden ist, wo sich bis auf den heutigen Tag sein Grabmal befindet. Die angesehene Familie der Bonar, auch Boner genannt, war aus deutschen Landen, wahrscheinlich aus den Niederlanden nach Polen gekommen. Zu König Kazimirs des Großen Zeiten war sie schon in Polen ansässig, hatte im Krakauer Gebiete zahlreiche Besitzungen nnd war durch verwandtschaftliche Bande mit den vornehmsten Familien des Landes verbunden. Der seliggesprochene Jesaias war ein Sohn Florian Bonars und der Bronistawa de Brzezie Lanckoronska. Seine Universitätsstudien vollendete er im Jahre 1406 in Krakau, erhielt den Doctorgrad und trat darnach in den Orden der Augustiner am Krakauer Kazimierz ein, wo er ständig verblieb. Er stand im Rufe großer Heiligkeit, tiefer Gelehrsamkeit und einer mächtigen Beredsamkeit. Dies war auch Ursache, daß er an der polnischen Gesandtschaft bei dem Concil zu Constanz theilnahm, wo er die Lehren Johann Hus' bekämpfte und die Gattin eines Constanzer Bürgers, eines gewissen Johann Körner, von der Ketzerei bekehrte. Er hat auch ein lateinisches Werk religiösen Inhaltes hinterlassen, dessen Handschrift im Jahre 1556 in Krakau verbrannte; doch soll es in den Augustinerklöstern Deutschlands vielsach verbreitet und sehr geschätzt gewesen sein. Dieser Mönch war es eben, welcher die Ausführung jener beiden Gemälde in der Katharinenkirche veranlaßte, deren wir oben Erwähnung thaten und welche später als 19*
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Galizien, Band 19
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Galizien
Band
19
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1898
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.48 x 22.34 cm
Seiten
920
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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