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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Galizien, Band 19
Seite - 672 -
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072 Details auf eine geübte Hand sowohl des Architekten als der Steiumetze und ans ihre Herkunft aus einer ausländischen Schule hin. Tas XII. Jahrhundert ist in Krakau durch die Kircheu des heiligen Andreas, Adalbert und Johannes vertreten, welche durch ihre Lage den alten Weg inmitten der aus Holz gebauten romanischen Wohnhäuser der Ansiedelung unter dem Schloßberg feststellen. Aus den erhaltenen romanischen Resten der genannten Kirchen geht hervor, daß Bausteine von geringen Abmessungen, sogenannte Hackelsteine, das Material für die Wände und daß sie alle einschiffig eingedeckt nnd nicht gewölbt waren. Wenn die von den Benedietinern in Sieciechöw erbaute Andreaskirche eine Apsis und zwei Thürme in der Front, die oben in ein Achteck übergehen, und einen von sächsischen Mustern entlehnten Schinuckapparat ausweist, zwei andere Kirchen aber keine Thürme besitzen und bei einer das Presbyterinm durch eine einfache Wand abgeschlossen ist, so zeigen sie andere Einflüsse. Den Romanismus in anderer Form und die Durchführung in einem nenen Material treffen wir in Krakau und seiner Umgebung in der ersten Hülste des XIII. Jahrhunderts an. Mit den französischen Cistereiensern, welche die polnischen Klöster im XII. Jahrhundert bevölkern und ihre Kirchen im Laufe des XIII. Jahrhunderts bauen, treten Kirchengewölbe im Geiste des Romanismns auf, aber mit Anwendung des Spitzbogens. Diese außerhalb der Grenzen des heutigen Galiziens gelegenen Quadersteinbauten üben auf die architektonischen Denkmäler Krakau's aus dem XIII. Jahrhundert keinen Einfluß aus. Der Anfang des XIII. Jahrhunderts bringt zum ersten Mal den Gebrauch des Ziegels in diese Gegenden Galiziens; man bant Kirchen mit Langschiffen oder in Krenzforin nnd das jetzt ungemein verlängerte Presbyterinm schließt in der Tradition der Cistercienser eine ebene Wand ab. Dem Dominicanerorden verdankt Polen den Gebranch des glatten und in Ornamente gepreßten Ziegels: dies hat es mit den Bauten Schlesiens gemein. Der schönen Kirche des heiligen Jakob in Sandomierz, einem gut erhaltenen Denkmal, sind die alten Theile der Dominicanerkirche in Krakau verwandt, namentlich ihr Presbyterinm, eine Stiftung des Krakauer Bischofs Jwou Odrowyz, mit einem Fries aus Formziegeln und mit einem Arcadenschmnck. Dieser Typus der Ausschmückung findet sich an der Kirche der Benedictinerinnen in Staniytki, einem Bau aus dem Jahre 1234, der aus Ziegel und Stein schön aufgeführt ist und im Innern ein Presbyterinm im Geiste des romanischen Stils und in Verbindung mit einem Kreuzgewölbe auf Gurten mit Anwendung von Rippen zeigt. Das Schiff mit Gewölben, die aus achtseitigen Pfeilern, welche in der Mitte aufgestellt nnd mit spitzbogenförmigen Gurten verbunden sind, herauswachsen, bezeichnet die Übergaugsepoche. Das schönste Mnster des Krakauer Spätromanismus mit Anwendung des Ziegels und Quadersteines ist die Cistercienser Abteiklosterkirche im Dorfe Mogita bei Krakau, beendet und confecrirt in der ersten Hälfte des XIII. Jahrhunderts,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Galizien, Band 19
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Galizien
Band
19
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1898
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.48 x 22.34 cm
Seiten
920
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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