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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 236 -
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236 Am Tanzboden bringt der Bursch seine Verhöhnung in Spottliedern zum Ausdrucke, nm sich an einem Mädchen oder an seinem Nebenbuhler zu rächen. Aber auch beider oder ,t ,ot»kü-, das ist bei jenen geselligen Zusammen- künften zur gemeinsamen Aushilfe bei der Feldarbeit, welche die Rutheuen einander an den „kleineren" Feiertagen unentgeltlich leisten, wird am Abende getanzt und gesungen. So beim Haindeln des Maises: „Kukuruz ist uicht gehaiudelt, Kukuruz ist grüne, Nach dem Liebsten härme mich, bin rasend, nicht bei Sinne. Kukuruz ist ausgehaiudelt, hoch hinausgeschossen, Nach dem Liebsten härme mich, hab' ihn in's Herz geschlossen. Traue, Maid, dem Burschen nicht, wie jenem tücken Hunde, Raubt er sonst den Kranz Dir schnell und schlägt Dir Herzenswunde. Beißt ein tücker Hund auch Dich, kannst Du die Wunde heilen, Doch wenn Liebster Dich verräth, wird Schmach Dich nur ereilen." Beim Schälen des Maises: „Überschwemmt der Fluß den Hain, so schwimmen Busch und Zweige, Sieh, das Schälen dieses Maises geht schon bald zur Neige. Nicht allhier, nur dort im Haine sieht man Raute blühen, Laßt uns alle bald von hier nach Hause hurtig ziehen. Laßt uns bald nach Hause ziehen alle schnell und hurtig, Denn daheim erwartet man uns gar so ungeduldig. Denn daheim späht man nach uns bei Nachbarn ganz beklommen: „„Kinder sind zum Tanz geeilt und sind nicht wiederkommen/"' Ähnlich unterhält sich die erwachsene Dorfjugend anch in den Spinnstuben (na >vec?ern^cacd), welche gewöhnlich bei Witwen eingerichtet werden, die heiratsfähige Töchter haben. Hier spinnen die Mädchen steißig, während die Burschen ihre Spässe treiben, singen, Märchen und Sagen erzählen und Räthsel aufgeben. Die Zahl der Volkslieder ist sehr groß. Die Bukowiner Rnthenen singen überall nnd bei jeder Gelegenheit: an der Wiege, beim Tansmahle, am Tanzboden, bei der Hochzeit, im Felde bei der Arbeit, daheim nnd in der Fremde, in guten und in schlechten Tagen; Freud und Leid bringen sie in Liedern zum Ausdrucke. Liebesleben, Orakel. Bei diesen und ähnlichen Liedern nnd Zusammenkünften erglühen oft die Herzen für einander nnd es beginnt die Liebe mit süßem Zauber den Burschen und das MädcheU zu umweben. Doch selten nur geschieht es, daß wahre Liebe unter den rnthenischen Landlenten den Bund für das Leben schließt. Unser Landmann, welcher von Feldwirthschaft und Viehzucht lebt, sucht (besonders der reichere) für seine heiratsfähige Tochter einen gut situirten Bräutigam zu erwerben. So kommt es denn,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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