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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 313 -
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313 folgen. Hierauf kommt der Teufel und ruft: „Kutkuduk!" Nachdem er sich hierauf als Teufel angemeldet hat, wählt er ebenso wie der Engel eine „Farbe" und führt dieselbe mit sich fort. Haben schließlich der Engel und der Teufel auf die beschriebene Weise alle „Farben" weggeführt, so erscheinen beide mit denselben auf dem Spielplatze, um gegen einander zu kämpfen. Zu diesem Zwecke wird eine lange Stange herbeigeholt, welche die Partei des Engels von der einen Seite, diejenige des Teufels von der anderen faßt. Hierauf bemüht sich jeder Theil, den anderen mit sich fortzuziehen. Welchem dies gelingt, der hat das Spiel gewonnen. — Von den vielen Verschen, welche in der Kinderstube täglich hergesagt werden, möge eins der beliebtesten in Übersetzung hier folgen: „Ein Märlein mach' ich euch kund, Da lief er zu der Mutter hin, Viele von den Verschen haben offenbar die Polen aus ihrer Heimat mitgebracht, so zum Beispiel jenes vom Krakanerchen, der mit sieben Rößlein in den Krieg zog und ohne den Säbel gezogen zu haben, heimkehrte. Andere zeugen davon, in wie nahe Beziehungen, insbesondere im Kindermunde die polnische Sprache zur deutschen trat. Halb polnische und halb deutsche Verschen und Neckereien sind nicht selten. So lautet beispielsweise ein Schülervers, den man oft in Schülerheften findet und der uns lebhaft an die Schreiber- verse in mittelalterlichen Handschriften erinnert, folgendermaßen: Ende, Ende, Ende — k>isae M nie (das heißt: ich werde nicht mehr schreiben). Ebenso ist unter Schul- kindern zum Beispiel die Neckerei unzählige Male zu hören, daß auf die Frage „Was?" geantwortet wird „Kapnsta mit Kwas", das heißt „Kraut mit Säure" und dergleichen. Besonders mag noch hervorgehoben werden, daß Beziehungen dieser Art besonders in Czernowitz sehr rege sind. Werden hier doch von der zur Osterzeit bei der Kirche versammelten Jugend selbst so echt rnthenische Lieder, wie es jene von Selman sind, zum großen Theil mit polnischen Wortformen versetzt, gesungen. Das nationale Bewußtsein der Polen ist ein sehr reges. Auch in dieser Beziehung bildet die Landeshauptstadt den Mittelpunkt. Hier haben vor allem die polnischen Vereine ihren Sitz. Von denselben verdient besonders das im Jahre 1869 begründete .l'ovva- lv.Mvvo k>vlskie bratnie^' genannt zu werden, welcher Verein die Unterstützung Hilfsbedürftiger zum Zwecke hat. Die „Polnische Lesehalle" trägt nicht nur durch ihre Bibliothek zur Hebung der geistigen Bildung der Polen bei, sondern auch durch die in derselben stattfindenden dramatischen Vorstellungen und die veranstalteten Vorträge und Vorlesungen. In den letzten Jahren ist auch der politische Verein ,kolo polskis", ferner der polnische Frauenverein pan na Lukon-inie" und der Turnverein Wie einst die Pfeife raucht ein Hund, Auf einem allzu langen Rohr, Verbrannte sich daher das Ohr. Doch diese schalt' und rügte ihn. Als er zum Bater Zuflucht nahm, Ein Goldstück er von ihm bekam."
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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