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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 318 -
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318 Bursche verdienen ihren Lebensunterhalt zumeist durch Holzschlag und bleiben, besonders wenn sie in weit entfernten Wäldern beschäftigt sind, oft wochenlang vom Hause weg. Sehr beliebt ist die sogenannte Klaka, das ist die freiwillige gegenseitige Hilfeleistung, insbesondere bei der Feldarbeit. Sie endigt stets mit einer Tanzunterhaltung. Die meisten Lustbarkeiten fallen aber in den Fasching. Dieselben finden am Aschermittwoch ihren Abschluß mit der Beerdigung des die darin besteht, daß die Bnrfche ein mit einem Leintuch bedecktes Stück Holz auf einer Bahre zum Dorfe hinaustragen und unter Weinen und Wehklagen im Schnee vergraben. Im Fasching werden gewöhnlich mich die Hochzeiten abgehalten. Auch dabei kommen ganz eigenthümliche Gebräuche vor. Nur die wichtigsten sollen hier geschildert werden. Die Verlobung wird um Mitternacht gefeiert. Zwischen 10 und 11 Uhr abends erscheint der Bursche mit zwei Freunden im Hause der Eltern des von ihm auserkorenen Mädchens und bietet ihnen Wein, Bier oder Schnaps an. Weisen sie den Trunk nicht zurück, so ist der Bursche als Schwiegersohn willkommen. Nun wird auch das Mädchen aus dem Schlaf geweckt. Trinkt auch sie, dann ist der Pact geschlossen. Es werden aber noch die Eltern und Verwandten des Bräutigams herbeigeholt und in ihrer Gegenwart die Mitgift sowie der Hochzeitstag bestimmt. Die Hochzeit findet Sonntag oder Dienstag statt. Die Feierlichkeiten nehmen am Vorabende mit dem Flechten des Brautkranzes ihren Anfang. Zu diesem Zwecke versammeln sich alle Mädchen des Dorfes bei der Braut. Es kommen aber auch alle Bursche mit Ausnahme des Bräutigams dahin; denn nach Vollendung des Kranzes wird getanzt. Um Mitternacht begeben sich die Brautführer und die übrigen Bursche zum Bräutigam, um mit ihm die Beistände in dessen Haus abzuholen. Hier finden sich auch die Gäste in der Nacht noch ein. Sobald der Morgen graut, verabschiedet sich der Bräutigam von seinen Eltern, indem er sie für alle Vergehen um Vergebung bittet und ihnen die Füße küßt, während sie Salz und Brod über feinem Haupte halten. Darauf bewegt sich der Zug nach dem Hause der Braut. Dort ist das Thor versperrt; es wird erst nach langen Unter- handlungen geöffnet, während welcher die Musikanten fpieleu und die Bursche aus Pistolen schießend Beim Einlaß reichen die Eltern der Braut dem Bräutigam Brod und Salz. Nach der Trauung kehrt der Hochzeitszug in einem Hause ein, wo Platz zum Tanzen ist. Das Hochzeitsmahl findet erst gegen Abend, und zwar bei den Eltern der Braut statt. Nach demselben laden die Brautführer die Mitgift auf die bereit stehenden Wagen auf, wobei sie das Hans zu Gunsten des jungen Paares zu plündern suchen. Beim Scheiden dankt der Bräutigam seinen Schwiegereltern für seine Frau, indem er ihnen zugleich Hände und Füße küßt. Auch in seinem Hause geschieht der Empfang nach langem Hin- und Herreden unter Darreichung von Brod und Salz. Es folgt ein zweites Mahl, das bis nach Mitternacht
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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