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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 332 -
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332 Über das Hemd wird, wenn man eine weitere Reise unternehmen will, ein sehr durchlöcherter Snkman oder Mantel geworfen. Ist aber dies Kleidungsstück gnt oder gar neu, so kann man Hundert gegen Eins wetten, daß es, wenn nicht gestohlen, so doch sicher ausgeliehen ist. Im Sommer wird ein solches Obergewand als überflüssig, ja lästig angesehen, weshalb man es lieber beim Juden als Pfand für Schnaps in Aufbewahrung liegen läßt. Den Kopf bedeckt der Zigeuner Sommer und Winter mit einem Hut oder einer Pelzmütze. Diese Kopfbedeckung ist so durchlöchert, daß sie zum Sprichworte geworden ist; denn man sagt, der Zigeuner schreite stolzer einher, wenn ihm die Kopfhaare durch seinen Hnt- oder Mützenboden herauskriechen. Die in früher Jugend oft sehr schönen Zigeunerweiber kleiden sich, wenn sie wohl- habender sind, geschmackvoll und bekunden eine große Vorliebe für intensive schreiende Farben. Um den Kops binden sie in herausfordernder Art ein großes gelbes, öfter aber fenerrothes Wolltuch, nur höchst selten und im Falle äußerster Noth das landesübliche weiße Baumwollhandtuch. Das Hemd wird gewöhnlich an Brust und Achseln mit bunter Seide oder Wolle und Goldflittern ausgenäht. Den unteren Körper bekleiden sie mit einer oft mit Goldfäden durchwirkten Katrintza (Rock) oder aber und dies öfters mit in der Stadt gekauften, aus intensiv farbigen Wollstoffen bestehenden Röcken. Hier muß noch erwähnt werden, daß die Zigeunerinnen auch ihre Katrintzas nnd hie und da auch die Hemdenleinwand kaufen und nicht selbst weben. Zur Bekleidung des Oberkörpers dient gewöhnlich ein bis unter die Knie reichender Schafpelz oder auch nur ein Snckman. Mädchen und junge Weiber tragen am Halse einen aus werthvollen alten Silber-, ja auch Goldmünzen bestehenden, „Salba" genannten Schmuck. Als Fußbekleidung dienen den wohlhabenden Männern Sandalen, Schnhe oder Stiefel; die Armen laufen barfuß herum. Die Weiber tragen gewöhnlich Schuhe. Mit der Bekleidung der Kinder nehmen es die Zigeuner nicht sehr genau, denn man sieht dieselben stets ganz nackt im Straßenstaube vor den Fuhrwerken und Wanderern Rad und Purzelbäume schlagen und dann denselben lange Wegestrecken nachlaufen, um als Belohnung für diese Kunststückchen einige Geldstücke zu erbetteln. Erwähnenswerth ist es, daß bei den Zigeunern Jung und Alt, Mann und Weib, ja sogar die Säuglinge der Leidenschaft des Tabakrauchens fröhnen. Selbst in der Nacht dars die gewöhnlich leere Tabakspfeife nicht im Munde fehlen. Die in den Städten lebenden Zigeuner bewohnen abgesonderte, nach ihnen benannte Viertel oder Gassen. Die ans dem Lande Lebenden aber wohnen auf den ihnen zugewiesenen Hutweiden, außerhalb der Wohndörfer, welche Plätze ,setre-, das sind Zelte, benannt werden. Hier erbauen sie sich hie und da Erdhütten oder ärmliche Häuschen, welche stets schlechter construirt sind, als die der anderen Ortsbewohner und sich durch wenig Reinlichkeit
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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