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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 338 -
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338 Von ihren Nachbarn werden sie wegen ihrer Faulheit und Dummheit verspottet. Besonders der Rumäne pflegt dem Zigeuner vielfache Spottnamen beizulegen. Der gebräuchlichste ist „Dohle", und diesen fürchtet der Zigeuner so, daß er eine Dohle nie bei ihrem Namen nennt, um sich nicht selbst zu verspotten. Das Feilschen wird oft mit dem Worte: „zigeunern" vertauscht. Einem Emporkömmling wird als Beleidigung folgende Phrase in's Gesicht geschleudert: „Geld haben auch die Zigeuner, aber keine Menschlichkeit!" Wenn in einem Hause Unordnung und Schmutz herrscht, so sagt mau: „Das ist eine Zigeunerwirthschaft". Von einem unordentlichen Menschen pflegt man zu sagen, er sei unreiner als ein Zigeuner. Der Zigeuner schämt sich daher seines Ursprungs und Namens. Befragt man ihn, welcher Nation er angehöre, so antwortet er: „Ich bin ein Rumäne" und begründet dies mit den Worten: „Denn auch mein Vater war ein solcher!" Er bringt eine gewisse Sympathie dem Rumänen entgegen, wird aber vom letzteren verachtet. Weniger Anhänglichkeit bezeugt er dem Ruthenen. In letzter Zeit schicken sie ihre Kinder, wenn auch nicht gerade sehr willig, in die Schule und manche ihrer Söhne haben sich bereits durch höhere Bildung eine geachtete Stellung in der menschlichen Gesellschaft zu erringen gewnßt. Von einer richtigen Statistik der Bukowiner Zigeuner kann nicht die Rede sein, da sie sich immer als Rumänen ausgeben; doch darf ihre Seelenanzahl beiläufig auf 2000 angesetzt werden. Dank ihrer Sympathie für die rumänische Bevölkerung, in deren Mitte sie wohnen, dürften sie mit der Zeit in dieselbe vollständig aufgehen. Grtsanlagen und Wohnungen. Außer vier dorfähnlichen Städten zählte man im Jahre 1775 in der Bukowina 273 bewohnte Ortschaften mit 55 Attinenzen. Die Bevölkerung hat sich seit dieser Zeit insgesammt ungefähr achtfach vermehrt und sowohl die Anzahl der Orte, als ihre Aus- dehnung ist eine größere geworden. Gegenwärtig besitzt die Bukowina über 700 Ortschaften in rund 330 Ortsgemeinden, steht aber mit diesen Zahlen im Vergleiche zum Flächen- inhalte des Landes weit unter dem Durchschnitte des Staatsgebietes, ist also ortsarm. Die Dörfer sind indeß verhältnißmäßig groß, sowohl was die Einwohnerzahl, als namentlich auch was den Umfang derselben anbelangt. Ungefähr 80 Ortsgemeinden, das ist fast 4Vs Procent aller Ortsgemeinden im österreichischen Staatsgebiete, beherbergen nämlich über 2000 Einwohner, während die Area des Landes kaum 3Vs Procent der Fläche der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder ausmacht. Im Durchschnitte zählt in
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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