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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 340 -
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340 Die Hofstätte hat im Flachlande eine Ausdehnung von ein bis zwei Hektar, auch weniger, und enthält neben den Baulichkeiten und dem Hofraume einen Gemüse-, nach Umständen einen Obstgarten, in der Regel auch ein Stück Feld. Häufig bildet sie den gesammten Besitz, zu welchem dann zumeist kleine, directe oder SubPachtungen treten. Oft gehören indeß zur Hofstätte noch Ackergründe in einem oder mehreren, außerhalb des Dorfes gelegenen Rieden, so daß das Anwesen bis zu einer Ausdehnung von zehn Hektar, selten höher steigt. Im Hügellande erweitert sich die Hofstätte unter Verringerung des Besitzes außerhalb derselben, so daß die Bauerngüter hier mehr oder weniger arrondirt erscheinen. Dies ist auch im Gebirge vornehmlich bei jenen Hofstätten der Fall, welche nicht im Thale liegen, und selbst bei den letzteren findet man die Arrondiruug kleinerer Besitzungen nicht selten; die größeren derselben aberhaben oft ausgedehnte Wald- oder Weideantheile, und es steigert sich dann der Gesammtbesitz auf 30 und mehr Hektar. Da die Hofstätten im Allgemeinen groß sind, erlangen also die Dörfer, namentlich im Hügel- und Gebirgslande, eine um so bedeutendere Ausdehnung, als viele, wie bereits hervorgehoben wurde, stark bevölkert erscheinen. Im Flachlande z. B. bedecken die Ort- schaften Mahala mit Bnda an drei, Rarancze über vier, Toporoutz sieben Quadratkilo- meter; im coupirteu Terrain Burla fünf, Karapcziu am Czeremosz etwa sechszehn, Kuczur- mare mehr als zwanzig Quadratkilometer; im Gebirge hat der schon durch seinen Namen als lang gekennzeichnete Ort Kimpoluug (Mmpul-lunZ) eine Längenausdehnung von acht Kilometern. Auch im Vorlande haben sich die breiten Thalgründe besonders stark besiedelt, und in vielen Fällen sind Nachbarorte bereits vollständig aneinander gewachsen. Beispiels- weise besitzen die Orte Straza, Ober-Wikow, Bitka, Fratautz und Andräsfalva eine Gesammtlänge von über 35 Kilometern. Die magyarische Ansiedlung Jstensegits, welche, wie der Hauptsache nach auch die deutschen Colonien Badeutz, Deutsch-Satulmare, Fürsten- thal, Lichtenberg u. s. w. und das lippowanische Fäntäna alba, ein Gassendorf bildet, umfaßt bloß eine Fläche von einem Quadratkilometer. In Toporoutz mit rund 900 Hof- stätten kommen demnach auf einen Quadratkilometer ungefähr 130, in Kuczurmare mit circa 1800 Hofstätten blos 90, in Jstensegits aber annähernd 540 Wohnhäuser, während insgesammt im Lande auf den Quadratkilometer durchschnittlich 11 Häuser entfallen. Der Umstand, daß sich den niedrigen Wohn- und Wirthschaftsgebäuden oft ein Obstgarten oder wenigstens Weiden- oder sonstige Baumpflanzungen anschließen, bewirkt, daß die einzelnen Orte als solche, wenigstens im Sommer, von der Ferne einem Walde gleichen, aus welchem nur die etwaige Kirchenkuppel emporragt. Zur Zeit der Übernahme der Bukowina in die österreichische Verwaltung war von Bauerngehöften mit entsprechenden Wohn- und Wirthschaftsgebäuden noch gar keine Rede und es sahen die Dörfer mit ihren armseligen Hütten, wie als Zeitgenossen die Generäle
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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