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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 344 -
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344 Zastawna, welche, beiläufig bemerkt, die Kornkammer der Bukowina bilden, wird der Kälte wegen, wenigstens für das Wohnhaus, das Holz als Baumaterial benützt, wenngleich es meilenweit mittelst Fuhrwerken herbeigeholt werden muß und deshalb theuer ist. Mancher Landwirth errichtet in der genannten Gegend, wie überhaupt der minder bemittelte Bewohner der Niederungen, sein Häuschen der Hauptsache nach aus Flechtwerk. Ein besonderer Schutz gegen die Temperatnrseinslüsse wird durch Anfügen von Stall- räumen oder Schöpsen an der Nord- und Westseite des Hauses, sowie durch Aufschlichten der Brennmaterialvorräthe an der Ostseite — wie man dies häufig ja auch im rauhen Böhmer- walde und in den Alpen findet — oder von Kukurutzstängeln, Schilf und Dünger erzielt. Die Holzwände ruhen gewöhnlich nur auf etlichen an den Gebäudeecken und einigen Zwischenpunkten aufgeschlichteten Bruchsteinen, seltener auf einer besonderen Grundmauer. Die untersten Balken oder Schwellen stehen gegen außen, namentlich an der Süd- und Ostfront, bis einen halben Meter über die Wandflucht vor. Auf ihren Köpfen lagern horizontale Pfosten in Form einer Bank, welch letztere nur dann entfällt, wenn ein erhöhter Gang angeordnet ist. Oft wird die Bank, gleich den Zwischenräumen unter den Wänden, bloß ans gestampftem Lehm hergestellt. Aus demselben Material besteht auch der ein bis vier Decimeter über das Terrain erhöhte Fußboden, für welchen ehedem nur äußerst selten Bretter zur Verwendung gelangten. Im Gebirge findet man die Wand durchwegs im Blockbau, und zwar in der Regel aus sehr sorgfältig zusammengefügtem Rundholz hergestellt, wobei die Fugen mit Moos gedichtet werden. An der Innenseite, gegen die Wohnräume zu, erhält jedoch das Holz, wenn man dasselbe, wie häufig, ebenfalls unverputzt läßt, eine entsprechend glatte Bear- beitung. Auch im Flachlande stellt man die Wand im Blockbau her, nur benützt man hier billiges, verhältnißmäßig schwaches, rohes Rundholz und verputzt die Wandflächen mit Strohlehm, der auf zahlreichen, schräg in die Stämme geschlagenen Holznägeln seinen Halt findet. An den Verbindungsstellen der Wände stehen die Köpfe der unteren Hölzer gewöhnlich nur um weniges vor, während die der oberen, das Dach tragenden Balken stufenförmig mehr und mehr vorkragen. In neuerer Zeit bearbeitet man für bessere Häuser — im sogenannten Schrottbau — das Holz vierkantig und läßt die Balkenköpfe nicht vorstehen. Dem Strohlehmverputz wird hier mit Hilfe von aufgenagelten Leisten der nöthige Halt verliehen; in den Lehm- überzug eingedrückte Stein- oder Ziegelbrocken bieten diesfalls dem etwaigen Kalkmörtel- verputz entsprechende Haftung, durch welchen das Gebäude vollkommen das Aussehen eines gemauerten Hauses erhält. Eine billige im Flachlande und insbesonders für untergeordnete Bauten häufig angewendete Wandherstellung ist die des Riegelbaues mit zwischen die einzelnen Säulen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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