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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 352 -
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352 Lattenwünden errichtet. Die Eindeckung der Dächer, früher aus Stroh, erfolgt nun fast ausschließlich mit Schindeln. Straßenseitig besaß wenigstens das Wohngebäude einen Giebel, der nun wohl überall einer Abwalmuug gewichen ist. Einen ziemlich beträchtlichen Theil des Hofes nimmt die Düngerstätte, anschließend an die Schweinestallungen, ein. Zwischen Straße und Wohnhaus oder Straße und Stall liegt meist ein Blumengärtchen, sowie der Brunnen, aus welchem das Wasser mittelst Hackenstange, Welle und Rad oder mit Hilfe eines langen Hebelbaumes emporgeschafft wird; vor dem Brunnen befindet sich der Tränketrog. Jedes deutsche Bauernhaus besitzt, gleich dem magyarischen, einen gemauerten, kreuzgewölbartig überdeckten Rauchfang; auf diesem ist zumeist die Jahreszahl der Erbauung des Hauses, oder dessen Umbaues ersichtlich. Vor der straßenseitigen Einplanknng neben dem Thore fehlt fast nie eine Sitzbank. D a s Haus des magyarischen Ansiedlers in der Bukowina weist äußerlich keine bedeutenden Unterschiede gegenüber dem deutschen Bauernhause auf. Charakteristisch an demselben erscheinen neben dem bereits erwähnten Rauchfange die kleinen Kreuzchen, welche jedes Firstende der Dächer sowie jedes Dachfensterchen zieren. In der Anlage des Wohngebäudes, das gewöhnlich nur aus Vorhaus, zugleich Küche, einem geräumigen Zimmer und einer auf der entgegengesetzten Seite des Vorhauses liegenden Stube besteht, zeigt es als besondere Eigenthümlichkeit eine schmale gangartige Vorrathskammer,welche sich gewissermaßen unter der Dachtraufe an der Nachbargrenze der ganzen Länge des Gebäudes nach hinzieht, vom Vorhause aus zugänglich ist und gegen die Straße zu ein Fensterchen besitzt. Der Stall liegt gewöhnlich in der rückwärts den Hof quer abschließenden Scheuer. Bescheidener im Umfang und baulicher Ausstattung kann die Behausung des Lippowaners, deren wir schließlich noch gedenken müssen, als ein Mittelglied zwischen dem einheimischen und dem deutschen Bauernhause gelten. Mit Stroh oder Dranitzen eingedeckt besteht dieselbe aus einer kleinen Stube, einem Vorhause mit weitem nach oben zu sich verengendem, hölzernem Rauchfange, einer oder mehreren Vorrathskammern für Obst und dergleichen, einem an das Haus sich anschließenden offenen Schöpsen und einem Stall. In der Stube fallen das große mit zwei horizontalen und einem schrägen Querbalken versehene und mit Metalleinlagen verzierte Kreuz, die zahlreichen russischen, triptychon- ähnlich verschließbaren, in Metall gepreßten Heiligenbilder, die Leuchter und dergleichen auf, welche Gegenstände mit Bändern und bunten Tücheln drapirt erscheinen. Den Stall theilt das Pferd, welches der Lippowaner stets nach russischer Art anschirrt und zwischen eine Gabeldeichsel in den Wagen spannt, mit einer Kuh oder ein Paar Schafen. Der in unserer Zeit erleichterte und erhöhte Verkehr, die Fortschritte in der Land- wirthschaft und Technik, wohl auch die in Kraft stehende Feuerlöschordnung, alles dies trägt dazu bei, daß das Typische an den einzelnen Bauernhäusern überall langsam verschwindet.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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