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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 362 -
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362 des gleichfalls im ganzen Lande verbreiteten Brauches des Färbens und Bemalens der Ostereier gedacht werden, welche sowohl durch die Mannigfaltigkeit der Zeichnung als insbesondere auch durch deren exacte Ausführung unsere volle Bewunderung erregen. Hauptsächlich im Süden und Südwesten, den gebirgigen und waldreichen Theilen der Bukowina, finden wir die hausindustrielle Verarbeitung des Holzes vertreten. So wie er Hütte und Stall mit eigener Hand erbaut, fertigt der in jenen Gegenden wohnende Rumäne oder Huzule auch zumeist alle zu seiner Wirthschaft nöthigen Gegenstände und Geräthschasten selbst an. Von einem mehr, vom anderen weniger, werden im Gebirge Fässer, Kübel, Kannen, Tröge, Schüsseln und Teller, kleine Dosen für Brändza lind Butter, Schnapssäßchen, Ofenkrücken, Schubkarren, Rechen und Heugabeln, Pfeifen und Schalmeien, Spindeln, Stöcke und dergleichen mehr erzeugt, welche dann aus den Wochen- märkten ihren Absatz finden. Auch hier macht sich ein gewisses Verlangen nach äußerem Schmucke geltend und zeigen die meisten der genannten Gegenstände, allerdings in ziemlich primitiver Anwendung der Brandtechnik, verschiedene lineare einfache Ornamente. Die erwähnten Stöcke, tvpvras, wporee genannt, kleine Fäßchen und Dosen, Pnlverhörner aus Holz oder Horn, Waffen und dergleichen weisen Verzierungen in Drahtgeflecht, eingeschlagenen Metallösen, Gravirungen, Kerbschnitt und anderem auf. Auch die aus Leder von ihnen angefertigten Gürtel, Umhängtaschen, Geldbeutel, Reitpeitschen u. a. sind reichlich mit Metallplättchen, breiten Spangen, Knöpfen :c. versehen. Theilweise noch hausindustriell, mitunter aber schon in das Gewerbsmäßige hinüber- greifend, ist die in einigen Orten betriebene Erzeugung der verschiedenen landläufigen Thonwaren, die Herstellung von Steinmetzarbeiten, speciell von Grabkreuzen in den stein- reichen Gegenden des Duiestr und bei Suezawitza, sowie die Anfertigung der vom Land- volke getragenen Pelze, Hüte, Stiefel und Schuhe in Radautz, Suczawa, Gurahumora, Kimpolung und Wiznitz. In den weidenreichen Niederungen des Czeremosz, Pruth und Sereth ist die Korbflechterei vielfach zu finden; die Bewohner des nördlichen und nordwestlichen Theiles, der Kornkammer des Landes, tragen selbstgemachte flache oder cylinderförmige Stroh- hüte, erzeugen Strohmatten, Bienen- und Fruchtkörbe; das selbstgefertigte Fischnetz in der Hand, sitzt stundenlang der Bauer am Flußufer, sich die Ingredienzien zu seinem Leibgericht, dem zu erhaschen; kurz, überall, und je nachdem Mutter Natur ihn dabei reicher oder minder reich unterstützt, sehen wir den Bnkowiner Bauer seine Hände regen und die verschiedenen Gaben derselben verwenden, zur Fristung seines Lebens, zur Ausschmückung seines Heims, zur Begründung, Förderung und Erhaltung seines Wohlstandes.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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