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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 372 -
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372 Flachländers am Pruth und Dniestr ist nicht so temperamentvoll als jener des Karpathen- bewohners, es fehlt demselben die leichte Beweglichkeit, der nöthige Schwung, die übersprudelnde, sorgenvergessende Lebenslust. Außer diesen Liedern und Tänzen besitzt der Rnthene Bukowiuas seine Feiertagsgesänge: die koljaä^ (Weihnachtslieder), die s?e?ec1i'ivvk)' (Jordanslieder), pisni na malanku (Lieder für den Abend vor dem neuen Jahr), (Ostern-, Frühlingslieder), rusalk^ (Psingstlieder). Ferner gibt es noch Wiegen-, Tauf-, Freier-, Hochzeitsgesänge, Todtenklage-, Ernte-, Spinnabend- nnd Spiellieder. Die Spielleute des ruthenischeu Volksstamiues gebrauchen dieselben musikalischen Instrumente wie jene der Rumänen, die und das nair ausgenommen. Im Volke ist die clremd», die Maultrommel, sehr verbreitet, auch versteht der Bauernbursche Melodien, auch Liedchen momentaner Inspiration auf einem Weiden- oder Weichselblatte wie auf der Clariuette zu spielen, indem er dasselbe zwischen die Lippen steckt nnd durch Blasen in Vibration versetzt. Die I^rvva, das Instrument der blinden Bettler, der sogenannten Iz^vak's hat im länglichen Schallkörper zwei Saiten, welche durch ein eingeharztes, mit einer Kurbel gedrehtes Rädchen gestrichen werden. Die dickere Saite behält immer ihre Grundstimmung, die zweite dünnere hingegen erzeugt mittelst einer primitiven Tastatur die nothwendigen grellen Melodietöne. Die Lieder dieser blinden Volksbarden sind zumeist recitative Deelamationen, deren Text der Sage, der Tradition, der Legende und dem Heidenthnme angehört. An Kreuzwegen, an Wallfahrtsorten, anf Jahrmärkten und an Kirchmeihfesten hört man diesen eintönigen Klagegesang. Die Ausübung der Tanzmusik besorgte» bisher ausschließlich die Zigeuner; seit einiger Zeit tauchen auch Musikanten aus dem Volke auf. Der Dudelsack und das Tambourin kommeu auch hier vereinzelt vor. Gesellschafts-, Trink- und Erntelieder, sowie anch andere Gesänge singt das rutheuische Volk oft mehrstimmig, und man muß staunen, wie es instinctiv die richtige Harmonie herausfindet. Ein solches Volkschorlied, welches im ganzen Lande (auch in Galizien) gesnngen wird, sei zum Schluße in vollem Umfange mitgetheilt. e» « 0 - 1 ^ 1 5 » M) A6 - «6 PLl. - HO 36)^ -
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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