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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 376 -
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Z76 Die rumänische Literatur und Sprache. Literatur. — Wie in ihrem gestimmten Culturleben, so theilten auch in literarischer Beziehung die Rumänen der Bukowina vor einem Jahrhunderte das Schicksal ihrer Brüder in der Moldau. Die Nesideuzorte der Fürsten und der Bischöfe, sowie einige der bedeutendsten Klöster waren die einzigen Pflegestätten geistiger Arbeit. In diesen allein unterhielt man mit qualvoller Angst vor der fortwährenden Unbeständigkeit der socialen und politischen Verhältnisse im Lande die heilige und belebende Fackel des Geistes, auf daß sie deu Bürgern aufleuchte in den unaufhörlichen Wirrnissen ihres kümmerlichen Daseins. Deshalb war auch das geistige Leben der Rumänen mehr auf Aneignung fremder Geistesproducte als auf eigenes Schaffen hingewiesen. Von den erwähnten Pflegestätten der geistigen Bildung waren in der Bukowina, als dieselbe den österreichischen Staaten einverleibt wurde, blos die Stadt Suczawa, die ehemalige Residenz der Fürsten, dann der Bischofssitz Radautz und das Kloster Putna von einiger Bedeutung. Von den übrigen Städten und Klöstern des Landes scheint nur das Kloster Worouetz im XV. und XVI. Jahrhunderte eine größere Rolle gespielt zn haben, wohl infolge der großen Verehrung, welche der dortige Einsiedler Daniil, auf dessen Veranlassung der Fürst Stefan der Große (1457 bis 1504) das Kloster gründete, in der Volkssage genießt. So wurde denn auch dort das älteste bisher bekannte Mannscript in rumänischer Sprache, der sogenannte Woronetzer Codex, etwa aus dem Ende des XV. oder Anfang des XVI. Jahrhunderts, im Jahre 1871 entdeckt. Dieser sehr mangelhaft erhaltene Codex in Kleinoctav enthält mehrere Verse aus dem 18. und 19. Capitel und die Capitel 20 bis 28 der Apostelgeschichte vollständig, dann den katholischen Brief Jakobi und den ersten Petri ebenfalls ganz, und endlich noch einige Verse aus dem ersten und zweiten Capitel des zweiten Briefes Petri. Der Inhalt des Mannscriptes wurde auf Kosten der rumänischen Akademie der Wissenschaften in Bukarest von dem Mitgliede derselben, I. G. Sbiera, im Jahre 1885 zu Czernowitz herausgegeben. Im Jahre 1892 wurde von dem Gymnasialkatecheten in Suczawa S. Fl. Marian ein Fragment des Psalteriums in rumänischer Übersetzung aus derselben Zeit wie der Woronetzer Codex und einst dem nämlichen Kloster angehörig, bei einem Lippowaner gefunden und gelangte zuletzt käuflich in den Besitz des Herrn D. A. Stnrdza, Secretärs der rumänischen Akademie. Diese Funde deuten darauf hin, daß man im Woronetzer Kloster Kirchen- bücher auch in rumänischer Sprache anfertigte und gebrauchte, zu einer Zeit, wo bei den Rumänen fast überall in den Kirchen die kirchenslavische Sprache vorherrschend war; sie sind somit ein Beweis für die ehemalige cnltnrelle Bedeutung dieses Klosters in nationaler Richtung.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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