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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 380 -
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380 die orthodox-orientalischen Einwohner so sehr von dem Besuche der Schule ab, daß die 32 im Jahre 1792 bestandenen Schulen des Landes bis zum Jahre 1804 sich auf 14 redueirteu. Bald entspann sich ein Kampf um die Emaneipirnng der griechisch- orientalischen Schulen von der Lemberger Oberaufsicht und Leitung, der infolge des Berichtes des Bukowiner Consistorinms vom 3. bis 7. September 1837 auf Grund Allerhöchster Entschließung vom 18. Mai 1844 und durch die Guberuialverordnnng vom 7. Juli 1844, in dem Sinne beigelegt wurde, daß fernerhin alle nationalen Volksschulen der Bukowina der Oberaufsicht des Lemberger römisch-katholischen Consistorinms entrückt und dem griechisch-orientalischen Consistorinin in Czernowitz untergeordnet wurden. Zur Ausführung gelangte die in jener Allerhöchsten Entschließung ausgesprochene Absicht jedoch erst nach langwierigem Federkampfe auf Grund der Ministerialverordnnng vom 23. Febrnar 1850, wodurch dem griechisch-orientalischen Consistorinin in Czernowitz die Aufficht und Leitung über die nationalen Volksschulen endgiltig anvertraut und eine gründliche Reorganisation des Volksschulunterrichtes angeordnet wurde. Die factische Übernahme der Leitung durch das griechisch-orientalische Consistorium geschah erst fünf Jahre später. Zu dieser Zeit gab es im ganzen Lande nur 50 Schulen für alle Confefsionen nnd Nationalitäten. Von da an entwickelte sich das Schulwesen für die griechisch-orientalische Bevölkerung der Bukowina in erfreulicherer Weise; denn als auf Grund des Landes- schulgesetzes vom 14. Mai 1869 die Volksschulaufsicht von dem griechisch-orientalischen Consistorium im Jahre 1870 auf den neu errichteten Landesfchnlrath überging, übergab dasselbe dieser neuen Schulbehörde 108 aetivirte und 104 im Entstehen begriffene Volksschulen. Unter der Leitung des k. k. Landesschnlrathes stieg die Zahl der Volksschulen in der Bukowina bis zum Jahre 1891 auf 299, in welchem Jahre 219 einclassige, 45 zwei-, 11 drei-, 16 vier-, 2 fünf- und 6 sechsclassige Volksschulen bestanden. Unter diesen Volksschulen waren nur 96, in denen die rumänische Sprache allein, und 54, in denen sie mit anderen landesüblichen Sprachen Unterrichtssprache war. Einen günstigen Einfluß auf die Bildung der Bukowiner Rumänen in nationaler Richtung übten die mit Allerhöchster Entschließung vom 20. December 1848 an der damaligen philosophischen Lehranstalt zu Czernowitz errichtete und am 28. Februar 1849 von dem Siebenbürger Rumänen, Professor Aron Pumuul, iuaugurirte Lehrkanzel der rumänischen Sprache und Literatur, welche an das Czernowitzer Obergymnasium überging, sowie die au den später errichteten Mittelschulen und an der Universität eingeführten Lehrkanzeln gleicher Kategorie. Mit der Einführung dieser Lehrkanzeln und insbesondere mit der Ereiruug der alma mater ^ranciseo-^osepkina dernautivnsis wurden anch den Rumänen der Bukowina die Bedingungen für die geistige Entwicklung ihrer Eigenart, uud somit auch für die Entfaltung literarischer Thätigkeit zu Theil.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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