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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 394 -
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394 das Verhältniß, das zwischen der bukowinischen Fortsetzung des nordpokntischen Dialectes und ihrem galizischen Typus besteht, dar. Wohl sind auch hier in dem Landstriche, der unmittelbar an Galizien grenzt, zwischen der bukowinischen Fortsetzung des nordpokntischen Dialectes und ihrem galizischen Typus irgend welche Unterschiede nicht wahrnehmbar, allein sie treten in demselben Maße zum Vorschein, je weiter wir in der Richtung gegen Südosten fortschreiten. Die wichtigsten dieser Unterschiede sind: 1. Der Wechsel zwischen i und e; 2. die überaus weiche Aussprache der Palatalen: e, 8 und 2; 3. der Ausfall der Endung t in der dritten Person der Einzahl der gegenwärtigen Zeit der mittelst des Suffixes i gebildeten Verbalthemen, wodurch Formen, wie: rc>kv, I,jukv, (unter dem Einflüsse der unter 1. erwähnten Eigenthümlichkeit sehr häufig auch, wie: rode, Hube, eliväo gesprochen) statt der üblichen: rodvt, lAidvt, eluxivt entstehen; 4. der Ausfall des schließenden t auch in der dritten Person der Mehrzahl der gegenwärtigen Zeit der Verbalthemen der nämlichen Classe, wodurch wieder Formen, wie: roHa, IjukM, elioäja statt der üblichen: rob^t, IjuHat, ekochak zum Vorschein kommen. Zur Literatur der Bukowiner Rutheuen übergehend, müssen wir vor Allem constatiren, daß dieselbe in der älteren Periode nichts, in der neueren nur wenig specifisch Bukowinisches bietet, sowie, daß sie in der älteren Periode überhaupt nur im Zusammenhange mit der gesammtrussischen und der südslavischen, in der neueren nur im Zusammenhange mit der kleinrussischen Literatur behandelt und verstanden werden kann. Was zunächst die ältere, von der Einführung des Christenthums in der Bukowina, also von beiläufig dem Anfange des XI. Jahrhunderts, bis in die ersten Decennien dieses Jahrhunderts sich erstreckende Periode anbetrifft, so ist als das charakteristische Merkmal derselben in sprachlicher Beziehung der Gebranch des Kirchenslavischen, in inhaltlicher das Überwiegen kirchlicher Interessen und Anschauungen zu bezeichnen. Zwar ist es theoretisch nicht ganz ausgeschlossen, daß in dem Gebiete, das auf Grund einer alten, urkundlich schon im XIV. Jahrhunderte nachweisbaren Nomenclatnr nunmehr die Bukowina heißt, das aber bis zur Errichtung eines besonderen moldauischen Reiches (also bis ungefähr zum Jahre 1350) einen Bestandtheil zunächst der altrussischen Collectivmonarchie, dann speciell des Halicz-Wladimir'scheu Territoriums bildete, außer den streng gottes- dienstlichen oder liturgischen Büchern auch noch Abschriften von Literaturdenkmälern weltlichen Inhaltes, wie beispielsweise das Lied vom Heereszuge Igors u. a., vorhanden waren, allein erweisen läßt sich dies keineswegs. Ja, selbst von den Denkmälern, die, weil für den vorgeschriebenen Gottesdienst unumgänglich nothwendig, seinerzeit gewiß vorhanden waren, hat sich so gut wie nichts erhalten. Als eine vereinzelte Ausnahme könnte in dieser Beziehung höchstens der Evangeliencodex gelten, der sich gegenwärtig im Kloster Pu tua (erwähnt seit 1459) befindet und darum schlechtweg Lvan^elianum ?utnanuin
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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