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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 398 -
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398 Standpunktes, der bekannte Zacharias Kopystenski, für sein literarisches Hauptwerk, das er palinociia nannte nnd zwischen 1621 und 1622 zum Abschlüsse brachte, einen Theil der Materialien im Kloster Pntna in der heutigen Bukowina sammelte. Er bezeugt dies selber, indem er bei Gelegenheit der Erwähnung der bekannten Fabel von der Päpstin Johanna ganz ausdrücklich bemerkt, daß er die Nachricht hievon unter anderen auch in dem im Kloster Pntna in kirchenslavischer Übersetzung vorhanden gewesenen Exemplare des Dialogs des Archimandriten von Calabrien, Warlaam, vorfand. „Als ich" — so lauteu die eigenen Worte Kopystenskis — „in dem überaus berühmten moldauischen Kloster, genannt Putua, weilte, habe ich dort das erwähnte Buch und in diesem Bnche die Geschichte von der Päpstin Johanna selbst gelesen." Im Übrigen bewahrte aber die Literatur in der heutigen Bukowina den hergebrachten Charakter, und bestand die Hauptthätigkeit der hiesigen Schriftgelehrten fast ausschließlich im Copiren fertiger bulgarisch-, serbisch- und russisch - slovenischer Vorlagen. Diese Thätigkeit steigerte sich noch, als ihr der Bischof von Radautz und nachmalige Metropolit von Suczawa, Anastasius Krimkowicz, genannt Krimka, seine Unterstützung lieh und die reichen Einkünfte seiner hohen kirchlichen Stellungen, die er mit einigen Unter- brechungen von ungefähr 1589 bis 1631 inne hatte, theils zum Ausbau des Klosters Dragomirna bei Suczawa, theils zur Anschaffung von Handschriften verwendete. Metropolit Anastasius Krimkowicz war aber nicht blos Freund und Förderer des Bncherwesens als solchen, sondern er war anch auf splendide äußere Ausstattung und auf Ausschmückung der von ihm bestellten Handschriften mit Miniaturen bedacht, zn deren Herstellung er sich vor- zugsweise eines gewissen S tefan aus Suczawa bediente. Beweis dessen unter anderen der gegenwärtig in derLemberger Universitätsbibliothek aufbewahrte Evangeliencodex, sowie das Apostolar vom Jahre 1610, das die Wiener Hofbibliothek bewahrt. Doch gerade zu der Zeit, als die Vorherrschaft des Kirchenslavischen in der Literatur und im praktischen Leben der heutigen Bukowina im gewissen Sinne ihren Cnlminations- pnnkt erreichte, waren auch schon Momente vorhanden, welche dieser Vorherrschaft ein unvermeidliches Ende bereiteten. Als solche Momente können angesehen werden: 1. Das Versiegen neuer südslavischer Zuflüsse in Folge des in den Ländern bulgarischer und serbischer Zunge seit der Unterjochung durch die Türken eingetretenen literarischen Still- standes; 2. das Zurückdrängen kirchenslavischer Sprache und Literatur auch in den an die heutige Bukowina angrenzenden West- und südrussischen Gebieten in Folge des in jenen Gebieten immer mächtiger gewordenen polnischen Einflusses; 3. das Entstehen einer besonderen rumänischen Literatur und die damit Hand in Hand gehende Einführung der rumänischen Sprache in den amtlichen und kirchlichen Verkehr der heutigen Bukowina. Von ausschlaggebender Bedeutung war aber zweifellos das an dritter Stelle erwähnte
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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