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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 402 -
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402 lieber in den Dienst der ruthenischen Literatur zn stellen. Der Erfvlg, den er mit seinen ersten ruthenischen Gedichten bei seinen Connationalen in Galizien weit mehr, als bei denen in der Bukowina erzielte, bewirkte, daß er nunmehr mit verdoppeltem Eifer an die Aus- führung weiterer literarischer Aufgaben schritt und sich bald zu dem Range eines der bekannteren und beliebteren ruthenischen Schriftsteller emporschwang. Allerdings ist nicht Alles, was Fedkowicz in dem langen Zeitraume von 1859—1888 schrieb, von gleichem poetischen Werthe gewesen, und lassen sich in seiner literarischen Wirksamkeit ganz deutlich zwei Phasen unterscheiden. In der ersten Phase, die mit 1859 beginnt und mit 1867 endet, steht Fedkowiez auf der Höhe seines Könnens und Schaffens, und sind die in dieser Zeit entstandenen Gedichte und Erzählungen, insbesondere aber die letzteren, als eine wirkliche Zierde der ruthenischen Literatur zu bezeichnen. Wohl ist der Jdeenkreis, der in diesen größtentheils ganz knappen Schilderungen aus dem Leben der Soldaten und des lebhaften, in Haß und Liebe gleich leidenschaftlichen Bergvölkchens der Huzulen zum Ausdruck gelangt, weder groß noch bedeutend genug, aber der Dichter entschädigt uns für diesen Mangel durch die ihm eigene künstlerische Gestaltungsgabe, sowie durch die überraschend frische Unmittel- barkeit der Auffassung und Empfindung. In dieser Beziehung stehen die Produkte der ersten Periode seiner schriftstellerischen Wirksamkeit auf dem Gebiete der ruthenischen Literatur unübertroffen da, und werden sie die ihnen innewohnende poetische Actnalität, noch erhöht durch das liebliche, mundartliche Colorit der Sprache und die lebenswahre Treue der äußeren Scenerie, auch in der Folgezeit nicht so leicht einbüßen. Wesentlich anders verhält es sich dagegen mit den Produkten Fedkowicz'scher Muse aus der zweiten, von 1867—1888 reichenden Periode. Im ersten Augenblicke zwar machen diese Prvdncte in Bezug auf Gedankenfülle und Mannigfaltigkeit der Formen einen fast noch günstigeren Eindruck, als jene aus der ersten Periode; sieht man aber näher zu, so wird man finden, daß es keine aus der eigenen Erfahrung und Empfindung des Dichters geschöpften Werke sind, sondern Nach- empfindungen und Nachbildungen fremder Werke, vornehmlich aber derer von Szewczenko. Doch auch in den Erzeugnissen, die von Szewczenko und anderen hier in Betracht kommenden südrussischen und fremden Schriftstellern nicht beeinflußt sind, vermag Fedkowicz nicht mehr zu der früheren Höhe sich hinaufzuschwingen. Sein Flügelschlag war in Folge von Umständen, die wir lieber uuerörtert lassen, offenbar schon gelähmt und er förderte unnmehr entweder ganz verfehlte Werke zu Tage, wie beispielsweise den „Dowbusz", oder bloße Paraphrasen eigener älterer Gedichte und Erzählnngen, wie dies beispielsweise in den „Dniestrwirbeln", dem „Grabhügel der Lelija" und anderen der Fall ist. Nur in den geistlichen Liedern, deren er in dieser Periode eine größere Zahl ver- faßte, bewährte sich Fedkowicz noch als der frühere Meister, obschon allerdings in einer ganz anderen Richtung, als früher. Der subjektivste rutheuische Dichter entpuppte sich in
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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