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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 406 -
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40k noch den letzten 50 Jahren. Zwar bestand schon zu Anfang dieses Jahrhnndertes in Czernowitz eine Druckerei, und nicht unmöglich ist es, daß schon damals einheimische literarische Produkte hier entstanden, aber Niemand hat sie beachtet und gesammelt. Erst durch die Errichtung einer Landesbibliothek wurde auch für die heimatlichen schöngeistigen Erzeugnisse ein Sammelpunkt geschaffen; denn trotz der behördlichen Verfügung, welche vor Errichtung der Universität das Gymnasium in Czernowitz zur Einhebung von Pflichtexemplaren der im Lande gedruckten Werke berechtigte, hat sich hier aus älterer Zeit nichts erhalten. Aber der Verlust ist wenigstens der Zahl der Werke nach gewiß kein erheblicher gewesen. Die ältesten, uns erreichbaren lyrischen Erzeugnisse gehören dem Jahre 1850 an; es sind die „Hymnen" von Ludwig Adolf Staufe-Simigiuowicz, der auch in späteren Jahren noch wiederholt mit Gedichten an die Öffentlichkeit trat, die ein leichtes, gefälliges Formtalent bekunden, sowie mit Erzählungen, von denen viele ans dem Boden der Bukowina sich bewegen. Aber sein Hauptverdienst liegt doch weniger in seinen eigenen poetischen Schöpfungen, als in den Nachdichtungen, durch welche er dem Westen die Kenntniß östlicher Dichtungen vermitteln half, in seinen „Rumänischen Poeten" (1865) und den „Kleinrussischen Volksliedern" (1888). In gewisser Hinsicht berührt sich hier der Tiroler I. G. Obrist mit ihm; seine „Georginen" (1870), die zum Theil während seines Auf- enthaltes in der Bukowina entstanden sind, enthalten Übersetzungsproben ruthenischer Lyrik, denen er im zweiten Bande des Jahrbuches „Buchenblätter" weitere und bessere folgen ließ. Ganz aus Beziehungen zum Lande erwachsen sind die „Lieder aus der Bukowina" (1855) von Ernst Rndols Neubauer, einem vielseitigen, aber zu rasch schaffenden Talente, zu dessen Verdiensten es auch gehört, dem Lande die erste deutsche Zeitung geschenkt zu haben. Alle die drei Genannten waren als Professoren an Gymnasien der Bukowina thätig, ihre Bildung war eine westliche. Auch in der Art und Weise, wie sie für die Hebung der deutschen Literatur in der Bukowina wirkten, haben sie viel Gemeinsames; nur eine kleine Zahl ihrer Schriften erschien selbständig, das Meiste, was sie schufen, findet sich zerstreut in den Tagesblättern jener Zeit, die sie zum Theil mitredigirten, oder in der literarischen Beilage des Bnkowiner Hauskalenders, die sie ins Leben riefen. In dieser Weise suchten sie alle der heimischen Literatur ein Organ zu schaffen, aber Alle sahen nach kurzen Jahren die Fruchtlosigkeit ihres Bemühens ein; und so endeten auch alle späteren Versuche anderer, welche das gleiche Streben beseelte, mit der Erkenntniß, daß der Boden der Bukowina wenig geeignet sei für literarische Bestrebungen. Freilich läßt sich nicht leugnen, daß die Mittelmäßigkeit der Mehr- zahl der gebotenen Beiträge an dem raschen Untergange solcher Zeitschriften ebenso große Schuld trug, als die Teilnahmslosigkeit der Bevölkerung, für die sie geschaffen sein wollten. Landheimische Dichter kamen erst zum Worte, als Wilhelm Eapil leri im Jahre 1864 seine „Buchenblätter", eine Sammlung von Dichtungen ansderBnkowina,herausgab.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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