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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 408 -
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408 aber er ist nicht blind gegen die Schattenseiten des Judenthums und kämpft mit ehrlicher Überzeugung gegen konfessionelle Verbohrtheit, die gerade im Osten allem Fortschritt der Cultur hemmend entgegentritt. Einem Talente wie Franzos gegenüber treten Obrist, Stause, Reichell, Kunz und andere, die gleichfalls dem Gebiete der Novelle sich zugewendet haben, begreiflicherweise ganz zurück, zumal das, was sie geschrieben, entweder nur flüchtig hingeworfen ist und dem Interesse des Augenblicks dienen wollte oder, wenn schon weiter ausgeführt, doch inhaltlich wie formell wenig Bemerkenswerthes bot. Seit der Begründung der Universität scheint ein Stillstand aus dem Gebiete der schönen Literatur in der Bukowina eingetreten zu sein, die älteren Talente verstummten allmälig und haben keinen Nachwuchs heranreifen gesehen, der auch nur formell Annehm- bares bieten würde. Um so eifriger wandte man sich wissenschaftlicher Thätigkeit zu, und wir wären ungerecht, wenn wir nicht wenigstens einen Blick auf die Leistungen jener Männer werfen wollten, die sich der Erforschung des Landes widmeten; hier hat die Errichtung der Universität unmittelbar und auf das vortheilhafteste gewirkt. Bietet doch auch kein anderes Kronland des Reiches so eigenartige und anziehende Verhältnisse wie die Bukowina mit ihrem bunten Völkergemische. Thatsächlich hat denn auch fast jedes dieser Völker und Völklein seinen Bearbeiter gefunden. Über die Rutheueu und Huzulen schrieb Kaindl, die Lippowaner und Juden zeichnete uns Polek, die Zigeuner schilderte Ficker, sie alle faßte Staufe , der auch die Sagen der Bukowina sammelte, in ein übersichtliches Bild zusammen. Noch reger war das Interesse für die Geschichte des Landes, besonders seit seiner Vereinigung mit Österreich. An der Spitze, der Zeit nach, steht der unermüdliche Wickenhauser, dem sich gleich verdienstvoll Polek, der uns auch die Anfänge des Schulwesens in der Bukowina geschildert und eine Geschichte des Protestantismus im Lande geschrieben hat, und v. Zieglauer anschließen; ihnen sucht Kaindl in den gleichen Bahnen zu folgen. Zu einem Mittelpunkte für historische Forschungen bildet sich allmälig das Jahrbuch des Bukowiner Landes-Mnsenms heraus, das seinen Bestand vornehmlich den rastlosen Bemühungen Romstorsers dankt, der selbst wieder über das Bauwesen des Landes eingehende Studien veröffentlicht hat; gleichfalls der genaueren Erkenntniß der Bukowina dienen die „Mittheilungen des statistischen Landesamtes", die Mischler ins Leben gerufen hat.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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