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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 412 -
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412 Großen gesetzt wird. Einer Wallanlage mit Mauerresten begegnet man endlich in dem zu Nen-Fratautz gehörigen Walde. Im Anschlüsse hieran wollen wir des ungefähr 380 Meter über dem Pruthflusse bei Czernowitz gelegenen, wohl nur noch in wenigen Trümmern vorhandenen Bergsrits am Cecina gedenken, von welchem namentlich ein umgestürzter, mächtiger Mauerkörper den Steinbrechern glücklicher Weise festen Widerstand geleistet hat. Zahlreiche Sagen knüpfen sich an dieses Bauwerk, unter welchem sich Gänge und mit Schätzen gefüllte Keller befinden sollen und das zu Anfang dieses Jahrhunderts angeblich noch Theile der Bedachung besaß. Nach den Formen der am Cecina aufgefundenen Sporen und Waffen ist man versucht, den Bau dem Deutschen Ritterorden zuzuschreiben, dem vom ungarischen Könige Andreas II. schon im Jahre 1211 das Burzenland in Siebenbürgen zur Sicherung der Grenze gegen die heidnischen Kumanen überlassen wurde, oder den Johannitern, welchen König Bela IV. im Jahre 1247 das Land Kumanien, allerdings ohne daß der Orden in den dauernden Besitz desselben gelangt wäre, zu Lehen gab. Nach anderen soll der Bergsrit in der Mitte des XIV. Jahrhunderts von dem polnischen Könige Kazimir dem Großen, oder einige Jahrzehnte später, durch den Wojwoden Georg Koriatowicz errichtet worden sein; möglicherweise nahm der eine oder andere blos Erneuerungen oder Erweiterungen daran vor. Die älteste Burganlage unseres Kronlandes scheint verschiedenen Berichten zufolge in Sereth bestanden zu haben, einem am gleichnamigen Flusse gelegenen, heute ziemlich unbedeutend gewordenen Städtchen. Sereth wird überhaupt die älteste von den ursprünglichen, noch besiedelten Kolonien in der Bukowina sein, wenigstens war es zur Zeit der Begründung des moldauischen Fürstenthums in der Mitte des XIV. Jahrhunderts hier die erste und wichtigste Stadt. Ihre Lage an dem gegen den Fluß steil abfallenden, durch Bachschluchten zerklüfteten Nordrande des zwischen der Suczawa und dem Sereth befindlichen Hochplateaus gewährt an und für sich bedeutende Sicherheit gegen feindliche Angriffe; erhöht wird diese noch durch die östlich neben der Stadt gelegene Kuppe, die sagenumwobene.kiuina". Unzweifelhaft trug diese früher ein befestigtes Schloß; der Name rührt von Gemäuer her, dessen Reste im vorigen Jahrhundert sichtbar waren, dann als Baumaterial verschleppt wurden; Fundamente sind noch heute nachzuweisen. Wie besäet erscheint hier der Boden mit ausgeackerten Scherben. Der im Süden Sereths gelegene Burghügel soll ebenfalls ein Schloß getragen haben, das mit der Burg Neamtz in Rumänien Ähnlichkeit besaß. Die Errichtung wird dem Deutschen Ritterorden, der nachfolgende Umbau dem Wojwoden Sas, Sohn des Dragosz, der im fünften Decenninm des XIV. Jahrhunderts in Sereth residirte, zugeschrieben. Im Jahre 1819 waren auf Saska noch Mauerreste vorhanden. Die eingangs
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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