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Von dem ebenfalls von Stefan dem Großen im Jahre 1488 begründeten Kloster
Woronetz besteht außer der Kirche noch der jetzt lediglich zur Aufnahme der Glocken
benützte Eingangsthurm, während man von den verhältnißmäßig dünn gehaltenen
Umfangsmauern nur einzelne unter der Rasendecke verborgene Fundamente nachweisen
kann. Die südlich der Kirche befindlichen Ruinen eines größeren Gebäudes rühren von
einer zu Ende des vorigen Jahrhunderts durch ein englisches Geschäftshaus errichteten
Porzellanfabrik her, die wohl mit Benützung einzelner Theile der Klosterfundamente
erbaut worden ist.
Das jetzige Kloster Suezawa, dessen Kirche im Jahre 1514 als neue Metropolitan-
kirche vom Wojwoden Bogdan III. begründet und 1522 von seinem Sohne Stefan VI.
vollendet wurde, besaß keine besonderen Befestigungsanlagen; den Glocken- und Eingangs-
thurm erbaute der Wojwode Peter VI. (der Lahme) im Jahre 1589.
Minder befestigt war das Kloster Humora, dessen Kirche im Jahre 1530 von dem
Ic»»vket-mare (Kanzler) Theodor Bubujog als Grabeskirche errichtet wurde und von dem
nur noch ein hoher Thurm besteht. Dagegen wurde das Kloster Watra-Moldawitza von
dem Wojwoden Peter Raresz im Jahre 1531 vollkommen nach fortisicatorifchen Grund-
sätzen erbaut. Die l'/s Meter starken, an sechs Meter hohen, aus Bruchsteinen bestehenden
Ringmauern umschließen den ungefähr 65 Meter breiten nud 72 Meter langen Klosterhof.
An der Südseite fehlt dermalen die Mauer, an deren Stelle in jüngerer Zeit das jetzige
Pfarr- und Wirthschaftsgebäude kam. An dem Südende der nach Osten gerichteten Seite
befindet sich der starke quadratische Glockenthurm, ungefähr in der Mitte der dreigefchoßige
Eingangsthurm und an dem Nordende ein runder Vertheidigungsthurm. In der Mitte der
Westseite ist ein im Äußeren einem starken Strebepfeiler gleichendes Kämmerchen mit
Schießscharten ausgebaut, um die Mauer zu eufilireu. Die innere Ecke zwischen der
Nord- und Westseite wird von den Ruinen des zweigeschoßigeu Wohnhauses eingenommen,
das sich der Radautzer Bischof Ephrem in den Jahren 1610 bis 1612 erbauen ließ. Die
Klöster Humora und Watra-Moldawitza waren übrigens schon früher gegründet worden
und bestanden an anderen Stellen. Das letztere hatte im Jahre 1401 Alexander der
Gute, Humora aber, vielleicht um weniges später, der Richter Johann errichtet. Wenige
Ruinen der ursprünglichen Klöster, größere Reste indeß von der alten, durch einen
Wolkenbruch zu Grunde gegangenen Klosterkirche Watra-Moldawitza sind noch vorhanden.
Snezawitza, das von der fürstlichen Familie Mogila begründet wurde und für
welches Kloster Georg Mogila, Bischof von Radautz und nachmaliger Metropolit der
Moldau, zuerst eine hölzerne Kirche aufführen ließ, wurde in seinem jetzigen Zustande,
abgesehen von den mittlerweile adaptirten Wohn- und Wirtschaftsgebäuden und von
minder wesentlichen Veränderungen an Kirche und Umwalluug, von dem Brnder des
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Bukowina, Band 20
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Bukowina
- Band
- 20
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1899
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 15.14 x 21.77 cm
- Seiten
- 546
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch