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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 425 -
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425 Altartisch befindet, nach Osten und besitzen durchwegs verhältnißmäßig sehr dicke Mauern, aber nur winzige, stark vergitterte Fenster und blos eine einzige ganz kleine, rechteckige Eingangsthür, welche in der Regel — sowie die etwaige Thüre zwischen Vor- und Haupt- schiff - von innen durch in Mauerlöcher eingesteckte Querbalken verrammelt werden konnte. Dies, ebenso die noch gebräuchliche Bezeichnung „Schatzkammer" für den durch Untertheilen des etwa vorhandenen schmalen Zwischenschiffes gewonnenen, mittels einer engen massiven Wendeltreppe zugänglichen, gewöhnlich fensterlosen Raum (z. B. in Hnmora, Solka, Watra-Moldawitza, ähnlich auch in Radantz) beweist zur Genüge, daß das Gotteshaus als letzte Zuflucht gegen herannahende Feinde diente. Mit wenigen Ausnahmen zeigen alle diese Kirchen in Anlage und Durchbildung dieselben Grundsätze und die gleichen charakteristischen Einzelheiten, so daß man in Anbetracht ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes berechtigt ist, den typischen Baustil derselben als „moldauisch-byzantinisch" oder kurzweg als „moldauisch" zu bezeichnen. Er entwickelte sich mittelbar aus der Kunst des oströmischen Reiches, beeinflußt von romanischen und gothischen Formen. Gleich den älteren, ihm nahe verwandten Stilgattnngen in den kleinasiatischen, namentlich den am Schwarzen Meere gelegenen Ländern, am Balkan und hauptsächlich in Griechenland, gerieth er bald in einen theilweisen Stillstand und fiel mehr oder weniger der Vergessenheit anheim, während der jüngere, derselben Familie angehörige südrussische Stil bis in die Gegenwart fort lebt, allerdings manch mißgestalte Blüte treibend. Die byzantinische Kunst fand ihr Hauptelement in der römischen, auf vier Trag- gurten ruhenden Kuppel. Durch Anfügen von Halb- und Nebenkuppeln an die mittlere Kuppel, beziehungsweise Ausgestaltung der Grundrißform zum griechischen Kreuz mit vier gleich langen Schenkeln, entwickelt sich in der Folge das System des Centralbanes, das in der St. Markuskirche zu Venedig sein glänzendstes Beispiel besitzt. Im Allgemeinen baute man die Gotteshäuser minder umfangreich, ja verhältniß- mäßig klein. So besitzt die Kathedrale von Ani kanm mehr als 32 Meter Länge bei ungefähr 20 Meter Breite und einer relativ bedeutenden Höhe; die größten der in Betracht stehenden Kirchen in der Bukowina: die zum heiligen Georg in Suczawa, dann die Kloster- kirchen in Putna und Dragomirna, sind sammt der Vorhalle blos rund 43, beziehungsweise 38 und 35'/z Meter lang und im Querschiff an 12, respective 11'/s und 11 Meter breit. Man verringerte insbesonders auch, um die Constrnction zu vereinfachen, die Spannweite der Kuppel, verlieh ihr dagegen, damit sie trotzdem äußerlich zu wirksamer Erscheinung gelangt und den von ihr bedeckten Naos als den Mittelpunkt der Anlage kennzeichnet, dnrch Aufsetzen eines Tambours eine größere Höhe. Den durch den Wegfall der Emporen verloren gegangenen Raum, der in altbyzantinischen Kirchen, der üblichen strengen Trennung
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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