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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 428 -
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428 eingewölbt werden, den Übergang von der Vierung der Traggurten zum unteren oder ersten Kuppelringe. Der auf demselben aufgesetzte Tambour besitzt indeß eine viel zu große Breite, als daß er, als Laterne benützt und über das Dach geführt, sowohl innen mit der Lichtweite des Naos, als außen mit den Dimensionen der Kirche überhaupt in proportionalem Einklänge stehen würde. Es wird deshalb die Weite der Laterne verringert und der Übergang vom unteren, niedrig gehaltenen Tambour zur Laterne in einfachster Weise dadurch vermittelt, daß man in den Tambour zwei Gurtenpaare derart einbaut, daß sich deren Anläufe nahezu in einer Spitze verschneiden und sie in der Daraus- oder Daruutersicht ein Quadrat, gewissermaßen eine zweite Vierung bilden. Während aber die Hanpiviernng dem ersten Kuppelringe, beziehungsweise der unteren Trommel umschrieben ist, erscheint das erwähnte Gnrtenqnadrat demselben eingeschrieben, befindet sich aber mit der Hauptvierung nicht in paralleler Lage, sondern ist gegen dieselbe um einen halben rechten Winkel verdreht. Von dem Gurtenquadrate wird ebenfalls mittels Pendentifs der Übergang zu dem oberen oder zweiten Kuppelringe gebildet, der die Laterne direct oder unter Einfügung eines den Durchmesser nach oben um etwas verringernden Gesimses trägt. Der Laternenunterbau wird in seiner Wirkung noch wesentlich dadurch bereichert, daß gleichzeitig mit dem in dem unteren Tambour eingebanten, gegen die Hauptvierung diagonal verstellten Gurtenquadrate ein zweites gleich hoch gelegenes Gurtenquadrat zur Verwendung gelaugt, dessen Gurten aber mit denen der Hauptvierung wechselweise parallel gelagert sind, während sie sich mit den Gurten des schrägliegenden Quadrates direct verschneiden. Es sind diesfalls anstatt vier größerer nun acht ganz kleine Pendentifs zur Bildung des Überganges, hier aus dem regelmäßigen Achteck in den oberen Kuppel- ring nöthig. In reichster Ausführung kann sich endlich das Gurtensystem vom unteren Tambour in der darüberliegenden Trommel noch einmal wiederholen. Die übrigen Ränme der moldanisch-walachischen Kirchen sind im Allgemeinen in gleicher Art überwölbt, nur entfällt die Laterne nnd es sitzt die gewöhnlich etwas gedrückt gehaltene Blindkuppel anstatt auf dem Laternencylinder, direct auf dem oberen Kuppelringe. Dabei werden längliche Räume, um eiuestheils für die Kuppeln die sie unterstützenden Gurtenquadrate zu erhalten, anderntheils, um eine größere Deckenhöhe zu erreichen, durch eine Mittelgurte in zwei Felder getheilt, oder es werden Gurten verschiedener Breite zweckentsprechend eingeschaltet. Die Blindkuppeln selbst bringt man ans die Weise manchmal mit den sich kreuzenden Gurtenquadraten iu Einklang, daß man in die Knppel- wölbnng das erwähnte Motiv wiederholende gnrtensörmige Rippen einsetzt. Kappengewölbe finden sich nur sehr selten, ebenso selten wird die einfache Tonne verwendet. Eigenthümlich decorativ ist die Wölbung in der halbpolygonalen Vorhalle der Kirche zu Dragomirua durch netzförmig angeordnete Rippen behandelt.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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