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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 430 -
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430 Breite des Pronaos einschließlich der Mauerdicke von 7 7 Meter kaum über 8 Meter; an der jüngeren Solker Kirche von 10 Meter Breite ruud 11 Meter; an der prachtvollen Klosterkirche Dragomirna von kaum 10 Meter Breite aber mehr als 17 Meter hoch. Die Ursache der verhältnißmäßig bedeutenden Kirchenhöhe mag theilweise auch in den selten fehlenden hohen, meist festungsartigen Ringmauern und Thürmen zn suchen sein, über welche das Gotteshans wohl entsprechend dominiren mußte, sollte es auch für den außer- halb des Klosterhofes befindlichen Beobachter entsprechend zur Geltung kommen; einiger- maßen mag schließlich auch das Klima hiezn beigetragen haben, welches steile, hohe Dächer verlangt, und derart zur möglichsten Hochführung der Kuppel über dieselben und indirect auch der Mauern beitrug, obzwar man, wie wir bald sehen werden, durch eine besondere Gliederung des Daches die Kuppel fast in ihrer Gänze äußerlich sichtbar ließ. Die wachsende Höhe der Kirchenmauern hatte eine Verringerung der Stabilität zur Folge, was sich in vielen Fällen dadurch unangenehm bemerkbar machte, daß namentlich die Seitenwände, dem Schübe der Vierungsgurten nicht genügend Widerstand leistend, sowie einzelne Wölbungen rissig wurden. Man hals sich nun durch nachträglich hergestellte starke Strebepfeiler, welches Mittel ja bekanntlich bereits an der Sophienkirche in Konstantinopel zur Anwendung gelangte. An den späteren moldauischen Bauten ordnete man aber Strebepfeiler schon von vornherein an, und zwar gewöhnlich je ein Paar neben den Seitenapsiden, häufig noch ein Paar diagonal gestellte an den Ecken der Westwand und einen niedrigen Pfeiler vor dem in der Mitte der Hanptapsis befindlichen Fensterchen. Im Allgemeinen einfach gehalten, erhielten sie, da zu jener Zeit der Einfluß der Gothik bereits ein nachhaltiger war, genau die Form der zwei- oder dreifach abgesetzten Strebe- pfeiler gothischer Kirchen; bald fanden sie, entsprechend verkleinert, in reizvoller Weise auch an den vier Diagonalseiten der Laterne, aus dem Sternsockel ruhend, Anwendung. Eine erhöhte Stabilität erzielte man übrigens auch durch Verbreiterung der Mauern nach außen, das ist durch Anordnung eines weit vorspringenden, uud diesfalls häufig als steinerne Sitzbank construirten Sockels. Die Kuppel war hier im Charakter des byzautiuischeu Stiles und ist in südlichen Lagen auch jetzt noch rund abgedeckt; an den Bukowiuer Kirchen namentlich mußte sie aber ein steiles Zeltdach erhalten und in gleicher Weise wurde das ursprünglich flache Dach, im Conflict mit den klimatischen Verhältnissen, durch ein steileres ersetzt. Damit aber letzteres den Kuppelfuß nicht verdecke, die Kuppel vielmehr entsprechend zur Geltung gelange, löste man die Bedachung iu einzelne Theile auf, derart, daß zunächst der Laterne minder geneigte Dachflächen eingeschaltet wurden. Im Naos der Kirchen, an der rechts vom Eingange gelegenen Mauerfläche, der sogenannten Widmungswand, finden wir das Gotteshaus ausschließlich nur mit der beschriebenen malerischen Dachform abgebildet,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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