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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 434 -
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434 Kloster Zamka bei Suezawa, welches aus einem aus Stein gemeißelten verknüpften Wulst besteht, der ober- und unterhalb von verschiedenfarbigen, glasirten Ziegeln begleitet wird. Eine große Zahl der Kirchen besitzt, in der Regel zunächst der Eingangsthüre, eine wohl auch mit einfachem gothischem Stabwerk umrahmte oder wappenartig gestaltete Steintafel, die in kirchenslavischen Lettern Daten über die Errichtung des Gebäudes enthält. Glockenthürme, ehedem in den Klöstern — in welchen noch heute das Zeichen zum Beginne des Gottesdienstes mittelst Schläge auf eine lange, schmale Holzlatte (toaeu) oder auf ein großes, hufeisenförmig gebogenes Eisen (touea äe tier) gegeben wird — seltener vorkommend, werden aus Holz oder einfachem Mauerwerk ganz freistehend errichtet; an befestigten Kirchen erscheint in der Regel ein Thurm der Umfassung znr Unterbringung der Glocken benützt. Ausnahmsweise steht der Glockenthurm über der Vorhalle oder als besonderer Bau mit der Kirche in enger oder näherer Verbindung; auch die offene Vorhalle diente früher und dient ausnahmsweise noch jetzt zum Aufhängen der Glocken. In jüngerer Zeit tritt vielfach an die Stelle eines Thurmes eine gemauerte Glockenwand. Wir haben nur noch kurz zweier Kirchen in der Bukowina zn gedenken, welche beide namhafte Abweichungen von dem geschilderten moldauisch-byzantinischen Baustile zeigen und die Reihe der Bukowiner Kirchen aus der älteren Periode gewissermaßen nach unten und oben begrenzen. Die eine derselben ist die ehemalige bischöfliche Kathedral- kirche in Radautz, welche bereits vor der im Jahre 1402 durch den Fürsten Alexander den Guten erfolgten Errichtung des Bisthums als Klosterkirche bestand und die Grabinäler des in der zweiten Hälfte des XIV. Jahrhunderts verstorbenen Wojewoden Bogdan I. und einiger Nachfolger enthält. Naos und Prouaos sind hier durch massige, vierkantige Pfeiler in je drei Schiffe getheilt, die mit Tonnen überwölbt erscheinen. Über den niedrig gehaltenen Seitenschiffen bestehen gangartige, überwölbte Kämmercheu, die vom Prouaos, beziehungs- weise vom Dachboden ans, mittels einer kleinen steinernen Wendeltreppe zugänglich sind; die Apsis ist mit einer Halbkuppel überdeckt. Diese Kirche ist wohl, nach der basilikaartigen Anlage und den alten Grabstätten zu schließen, das älteste der Bukowiner Gotteshäuser nnd wurde vielleicht durch Bogdan selbst errichtet. Die Vorhalle stammt aus dem Jahre 1559 und trägt eine Blindkuppel im moldauisch-byzantinischen Stile, deren oberer Theil merkwürdigerweise blos in verputztem Flechtwerk hergestellt war. Das im Jahre 1767 von Jgnmen Artemon an Stelle eines hölzernen Kloster- kirchleins errichtete, von der Kaiserin Katharina II., wie übrigens auch andere Kirchen, reich beschenkte Gotteshaus in Horecza bei Czernowitz zeigt allerdings im Wesen den alten typischen Grundriß, aber keinerlei gothische Detailformen. Die römisch erscheinenden Renaissancecapitäle stehen theilweise in unmittelbarer Verbindung mit dem in eine Spitze auslaufenden Kleeblattbogen. Mit ihren drei, Naos, Altarraum und die über der Vorhalle
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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