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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Bukowina, Band 20
Seite - 440 -
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440 ruht auf vier Säulchen, welche die uns bereits bekannte Form des verknüpften Wulstes zeigen, während der Kielbogen der Stirnwand die gleiche Gliederung besitzt. Einzelne Rnndstäbe des Wulstes sind schlippenartig mit verschiedenen Blättern senlpirt, was denselben ein ungemein reiches Ansehen verleiht. Im Übrigen hat die Steinplastik, auch im Ornamente, eine nur geringe Anwendung erfahren. Sie begnügt sich zumeist mit den bereits erwähnten, kerbschuittartig hergestellten Rosetten an Bogensteinen, Fenstern und dergleichen, mit Schildchen und Ähnlichem. Eine Ausnahme macht die reich verzierte Kuppellaterne zu Dragomirua. Die an zahlreichen Eingangsthürmen, manchmal auch au Gotteshäusern angebrachten moldauische» Wappen- schilder, den Auerkopf, Halbmond nnd einen Stern zeigend, sowie sonstige ähnliche Arbeiten sind zumeist einfach, zum Theile roh behandelt. Außer den obenerwähnten Steimnetzzeichen besitzen wir bis jetzt nnr noch aus einer Grabsteinplatte, und zwar jener Bogdans I., welche Stefau der Große Herstelleu ließ, einen Nachweis über den Verfertiger, welcher in kircheuslavischer Schrift sagt: „Den Grabstein hat gemacht Meister Jan". Auch von der Erzplastik kann nur weuig berichtet werden. Wohl widmeten die Fürsten ihren Klosterkirchen Glocken, worunter namentlich die zwei von Stefan dem Großen nach Woronetz gespendeten, ob ihres herrlichen Zusammenklanges noch heute berühmt sind. Die plastische Ausschmückung der Glocken beschränkt sich indeß immer nur auf Inschriften und einzelne ziemlich roh modellirte Ornamente. Die Glocken in Horecza wurden in der ehemaligen russischen Münzstätte Sadagöra (1773 und 1774) gegossen. Reicher sind mitunter die großen, durch zierliche Ketten gehaltenen Knppel- uud Dachkreuze ausgestattet. Gewöhnlich zeigen dieselben über einer großen Kugel mond- sichelförmige Ornamente, welche, vielleicht mit Unrecht, als Zeichen der früheren Abhängigkeit der moldauisch-walachischeu Fürsteuthümer von der Türkei gelten. Bedeutende Fortschritte erzielte die Plastik in den Kleinkünsten, namentlich aber in den Holz- und Elfenbeinarbeiten, welche gerade im Oriente, dem eigentlichen Vaterlande dieser uralten Technik blühten, und bekanntlich später dem Abendlande als Mnster dienten. In erster Linie sind es die in reicher Bemalnng und Vergoldung gehaltenen Ikonostasen, wovon die älteren vielfach das halb naturalistisch gehaltene Rankenornament mit der Traube zeigen; nur einzelne besitzen in ihrer mehrgeschoßigen Gliederung einfache Renaissance- formen. Als Beispiele möchten wir n. a. die Jkonostasis der ehemaligen Kirche von Revna, jetzt in Stobodzia-Komarestie, hervorheben, wovon ein Theil sichtlich einer früheren Bilderwand entnommen scheint; ferner die Jkonostasis aus der nach Czumurua übertragenen, früher in Kimpolung gestandenen Nikolauskirche; endlich jene von der Johanneskirche in Sereth, von den Kirchen in Woronetz, Watra-Moldawitza und Snczawitza, von der Klosterkirche Dragomirna, deren Bilderwand angeblich aus der
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Bukowina, Band 20
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Bukowina
Band
20
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1899
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.14 x 21.77 cm
Seiten
546
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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